Event in Ludwigsburg: In die Weinlauben-Gläser geschaut

Hauptsächlich Weiß- und Roséweine kommen in die Gläser.
Simon GranvilleDie 17 Tage Weinlaube neigen sich dem Ende entgegen. Am Samstag um 17 Uhr öffnen die Weinstände auf dem Ludwigsburger Rathaushof zum letzten Mal für dieses Jahr. Zeit für vier Fragen, was die Besucher so in ihren Gläsern hatten.
Welche Sorten werden getrunken?
Etwa 140 Weine stehen diesmal bei der Weinlaube zur Auswahl. Bei sommerlichen Temperaturen wenig überraschend: in den Gläsern landet hauptsächlich Weiß- und Rosé-Wein. Die meisten Besucher holen ihren Rebensaft beim Stand der Felsengartenkellerei, aber auch bei den Weingärtnern Cleebronn und Güglingen sowie beim Herzog von Württemberg und dem Collegium Wirtenberg lief es sehr gut, verrät Peter Buhl, einer der vier Weinlauben-Wirte kurz vor Ende der diesjährigen Sause auf dem Rathaushof.
Besonders beliebt sei der Grauburgunder. „Der ist gerade Everybody‘s Darling.“ Fun fact: Immer wieder passiert es, dass Besucher auf „Pinot grigio“ bestehen – was nichts anderes als die italienische Übersetzung für Grauburgunder ist. Italienischen Grauburgunder gibt es dieses Jahr auf der Weinlaube nicht, dafür läuft am internationalen Stand der Lugana sehr gut.
Was den Rotwein angeht, bleibt es überschaubar. Guckt man sich auf der Weinlaube um, haben nur wenige Rotwein im Glas. Auf 300 bis 400 Flaschen schätzt Peter Buhl den Absatz in den 17 Tagen. Das ist wenig im Vergleich zur Gesamtmenge, die sich auf mehrere Tausend Flaschen beläuft – genaue Zahlen werden natürlich nicht verraten.
Trocken oder fruchtig?
Hier gibt es eine überraschende Wendung. Die Macher der Weinlaube verzeichneten in den vergangenen Jahren einen Trend zu fruchtigeren Weinen. Besonders das jüngere Publikum lies sich gerne feinherbe Tropfen einschenken, aber auch die Älteren zogen mit. 2025 ist es anders. Trockene Weine scheinen in Ludwigsburg wieder in Mode zu sein.
Was trinken die, die nüchtern bleiben wollen?

Immer wieder wird auch nach alkoholfreiem Wein gefragt.
Foto: Simon GranvilleApropos trocken. Wer beim feucht-fröhlichen Gelage nicht mitmachen kann oder will, für den gibt es alkolholfreie Alternativen. Alkoholfreier Wein werde zwar immer wieder nachgefragt, sagt eine der Damen am Ausschank. Insgesamt spielt er aber noch eine sehr untergeordnete Rolle, so Weinlauben-Wirt Peter Buhl.
Zwei alkoholfreie Weine und ein alkoholfreier Sekt sind derzeit im Weinlauben-Angebot. Am Kaffee- und Cocktail-Stand gibt es auch Mix-Getränke ohne Umdrehungen wie Crodino- oder Aperol Spritz. Etwa ein Viertel der Cocktails werde als alkoholfreie Variante bestellt.
Was ist Verräter-Wein?
Bekannt wurde das „Verräter-Bier“ bei einigen Festen in Stuttgart. Immer mehr Menschen brachten ihr im Supermarkt günstig gekaufte Bier mit und die Veranstalter guckten in finanziell die Röhre. Ein ähnliches Phänomen beobachten auch die Macher der Ludwigsburger Weinlaube. Nennen wir das, was die Leute selbst im Rucksack mitbringen mal „Verräter-Wein“. „Wir haben das stark gemerkt dieses Jahr“, sagt Peter Buhl.
Deshalb hängen jetzt Schilder an den Eingängen, dass das Mitbringen von eigenen Getränken und Speisen nicht gestattet ist. Sich selbst zu versorgen, scheint eine günstige Alternative zu sein, bringt aber die Veranstalter in die Bredouille. „Die rechnen nicht mit dem, was uns zusätzliche Kosten verursacht“, so der Weinlauben-Wirt. Die Bands, die Gema-Gebühren, die Platzmiete, Strom, Wasser, Security... Buhl: „So ein Fest ist eben nur schön, wenn auch alles drumherum passt.“