Exotischer Fund in Kleinbottwar
: Stadt Steinheim rettet Schildkröte: „Wahrscheinlich ist sie zu groß gewesen“

Beim Friedhof von Kleinbottwar im Kreis Ludwigsburg wurde eine Wasserschildkröte entdeckt. Es ist der zweite Fall dieser Art in relativ kurzer Zeit – dieses Mal aber ohne Happy End.
Von
Christian Kempf
Ludwigsburg
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Die Wasserschildkröte aus Kleinbottwar hat sich zum Schutz in ihren Panzer zurückgezogen.

Stadt Steinheim

Eigentlich sind Gelbwangenschmuckschildkröten in den USA zuhause, wo sie im warmen Südosten durch ruhige Gewässer paddeln. Eher nicht erwarten würde man die stattlichen Reptilien, die in Einzelfällen mehr als 30 Zentimeter groß werden sollen, indes in Kleinbottwar. Genau dort wurde nun aber ein Exemplar gesichtet, und das sogar in freier Wildbahn.

Die Schildkröte war am Montag in der Nähe des Friedhofs in dem Steinheimer Stadtteil beobachtet worden. „Bei unserem Ordnungsamt ist ein Anruf eingegangen und Kolleginnen sind daraufhin nach Kleinbottwar gefahren und haben das Tier eingesammelt“, sagt der Steinheimer Bürgermeister Thomas Winterhalter. Das Reptil sei zunächst in einem Karton verwahrt worden, anschließend und über Nacht in einem Gefäß mit Wasser.

Aufruf verläuft erfolglos

Die Schildkröte wurde in einem Gefäß mit Wasser untergebracht.

Foto: Stadt Steinheim

Per Social Media hat die Kommune versucht, den Besitzer ausfindig zu machen. „Wer kennt sie oder vermisst sie?“ hieß in einem Post bei Instagram. Der Aufruf verhallte jedoch erfolglos. „Es hat sich leider niemand gemeldet“, sagt Winterhalter. Die Stadt habe sich deshalb mit dem Tierheim in Ludwigsburg in Verbindung gesetzt. Mitarbeiter der Einrichtung hätten die 30 bis 40 Jahre alte Wasserschildkröte am Dienstag abgeholt und versuchten nun, sie an jemanden weiterzuvermitteln, der sie artgerecht halten könne.

Wie lange das Tier rund um Kleinbottwar unterwegs war, steht in den Sternen. Ebenso ungewiss ist, ob es ausgebüxt ist oder in der Gegend ausgesetzt wurde. Der Bürgermeister vermutet Letzteres. „Wahrscheinlich ist sie zu groß gewesen, um sie weiter zuhause halten zu können. Ich könnte mir vorstellen, dass sie am Wehrbachsee freigelassen wurde. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung“, sagt der Bürgermeister. Das von dem Rathauschef angesprochene Gewässer befindet sich auf halbem Weg zwischen Kleinbottwar und dem Forsthof.

Die Theorie von Winterhalter ist durchaus plausibel. Man liest immer wieder von exotischen Wasserschildkröten, die sich in hiesigen Flüssen oder Seen tummeln, weil sie augenscheinlich ausgesetzt wurden. Das bloße Überleben gelingt offenbar einem Teil der Reptilien. Ob sie sich unter den klimatischen Bedingungen in unseren Breiten auch fortpflanzen können, ist aber wohl noch unklar. „Im Monrepossee in Ludwigsburg sieht man zum Beispiel anscheinend auch immer wieder Wasserschildkröten, die hier nicht heimisch sind“, erklärt der Steinheimer Bürgermeister.

Er und sein Team sind mittlerweile mit dieser tierischen Teildisziplin ein wenig vertraut. Denn schon im September 2025 hatte die Rathausmannschaft eine herrenlose Landschildkröte in ihre Obhut genommen. In dem Fall hatte die Geschichte sogar ein Happy End. Nach einem Aufruf meldeten sich die Besitzer, denen das Reptil entwischt war.

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