Fälle im Kreis Ludwigsburg: Einbrecher nutzen die Ferienzeit: Das empfiehlt die Polizei

Einbrecher sind oft Gelegenheitstäter und schlagen tagsüber zu.
Polizeiliche KriminalpräventionDie Tür aufgehebelt, das Wohnzimmer verwüstet, der geerbte Schmuck verschwunden: Ein solches Szenario wollen Urlauber bei ihrer Rückkehr nicht erleben. Doch jetzt in der Ferienzeit sind leere Wohnungen und Häuser für Einbrecher eine willkommene Beute. Seit dem Beginn der Ferien hat das Polizeipräsidium im Kreis Ludwigsburg eine vermehrte Aktivität registriert.
Zwar ist und bleibt die dunklere Jahreszeit insgesamt die Hochsaison für Haus- und Wohnungseinbrüche. Aber auch in den Sommermonaten schlagen die Täter gerne zu. Mindestens achtmal haben sich die Kriminellen in den Ferien im Landkreis Ludwigsburg bislang schon an einem Einbruch versucht, dreimal erfolgreich. „Das zeigt, dass das Thema Wohnungseinbruch auch in der Urlaubs- und Ferienzeit relevant ist“, teilt Pressesprecher Steffen Grabenstein vom Präsidium mit.
Größere Städte sind häufiger betroffen
Vor allem die Einwohner größerer Städte, also Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Kornwestheim, sind stärker betroffen als die in umliegenden Gemeinden. Für überregionale agierende Täter seien Immobilien in der Nähe von günstigen Verkehrswegen wie Bundesstraßen und Autobahnen ebenfalls attraktiv. „Dennoch verteilen sich die Fälle im Prinzip über die komplette Fläche“, heißt es aus dem Präsidium.
Zwar sind die jüngsten Fallzahlen nicht mehr so hoch wie vor zehn Jahren, als die Polizei im Landkreis Ludwigsburg 616 Wohnungseinbruchsdiebstähle im Jahr 2015 registrierte. Zuletzt lag die Zahl im Jahr 2024 nur noch bei 291. Dennoch hat sich der rückläufige Trend, der bis 2021 zu beobachten war, mittlerweile umgekehrt. In den vergangenen beiden Jahren sind die Zahlen wieder angestiegen. Das geht aus dem Sicherheitsbericht 2024 des Präsidiums Ludwigsburg hervor.

Von Einbrechern verwüstete Räume
Foto: Polizeiliche KriminalpräventionBei der Mehrzahl der Einbrüche sind nicht Profis mit Spezialgerätschaften, sondern Gelegenheitstäter am Werk. Weil sich diese nur mit einfachen Hebelwerkzeugen an Fenstern und Türen zu schaffen machen, können schon kleinere Maßnahmen das Schlimmste verhindern. Mit dem richtigen Verhalten und ein wenig Sicherheitstechnik lässt sich ein Einbruch vermeiden. Das zeigt die bundesweite Statistik, wonach die Versuche in fast der Hälfte der Fälle erfolglos bleiben.
Täter finden jedes Versteck
Doch was gibt es konkret zu beachten? Die Polizei rät dazu, die Haus- oder Wohnungstür gründlich zu verriegeln sowie Fenster- und Terrassentüren komplett zu schließen. Keinesfalls sollten Schlüssel draußen versteckt werden, denn dann werden Einbrecher fündig. Beim Verlust des Schlüssels sollte der Schließzylinder sofort ausgetauscht werden. Außerdem empfiehlt die Polizei: „Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit, wie zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter.“ Auch die Nachbarschaftshilfe ist ein wichtiger Baustein. Verdächtige Personen und Vorgänge auf dem eigenen Grundstück oder nebenan sollten gemeldet werden.
Eigentümer, die ihr Haus absichern wollen, können sich von der Polizei dabei helfen lassen. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle erläutert Sicherungsmaßnahmen der eigenen „vier Wände“ beraten zu lassen. Die kostenlose und unverbindliche Beratung ist beim Polizeipräsidium Ludwigsburg über das Referat Prävention möglich. Sie ist erreichbar unter Telefon 07141/18-8001 und per E-Mail an ludwigsburg.pp.praevention@polizei.bwl.de.