Fast 40 E-Bikes gestohlen
: Die Polizei warnt – Verbrecherjagd mit GPS-Tracker ist riskant

Was bringen GPS-Peilsender, wenn Fahrraddiebe zuschlagen? Die Polizei im Kreis Ludwigsburg warnt vor Eigeninitiative – und auch bei Einschalten der Beamten bleibt manches schwierig.
Von
Oliver Schaewen
Ludwigsburg
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Fahrraddiebe gehen oft mit schwerem Werkzeug vor – ein gutes Schloss ist laut Polizei die sinnvollste Investition.

imago/SKATA

Allein im Juli und im August sind im Kreis Ludwigsburg rund 40 Fahrräder gestohlen worden. Immer stärker in den Fokus geraten GPS-Tracker, mit denen vermisste Räder geortet werden können. Auf eigene Faust sollten Bestohlene jedoch nicht versuchen, auf Verbrecherjagd zu gehen. Die Polizei rät dringend davon ab – es gibt einiges zu beachten.

Wer sein Fahrrad entdeckt und es sich zurückholen will, könnte mit dem Gesetz in Konflikt kommen. In Zusammenhang mit den jüngsten Fahrraddiebstählen warnt das Polizeipräsidium Ludwigsburg vor Detetektivspielen. Sie könnten mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs oder gar Körperverletzung böse enden, sollte jemand versuchen, sein vermisstes E-Bike auf einem fremden Grundstück wiederzufinden.

Digitale Hilfsmittel für das E-Bike sind vermehrt im Einsatz.

Foto: dpa-tmn

Völlig verfehlt ist aber die Suche per GPS-Tracker nicht, erklärt Yvonne Schächtele, Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg – nur sei dies eben Sache der Polizei. Die Peilsender lieferten Daten in Echtzeit. Die Eigentümer sollten diese Ergebnisse umgehend den Kriminalbeamten zur Verfügung stellen.

Ein Fahrrad-Akku verschwindet vom Grundstück

Laut Schächtele sind im Juli und im August 38 E-Bikes im Landkreis Ludwigsburg gestohlen worden – und das nicht etwa, weil die Pedelecs nicht abgeschlossen gewesen wären. „Sie standen alle entweder im Keller oder waren gesichert“, sagt die Polizeisprecherin. Auf einem Privatgrundstück ereignete sich auch der einzige Fall eines Akku-Diebstahls im Kreis: Ein Besitzer in Bietigheim-Bissingen habe die aufladbare Batterie kurz auf seinem Grundstück abgestellt und war abgelenkt, als ein Passant zugriff.

Ein GPS-Tracker könnte durchaus auf die richtige Spur führen. Manche der Peilsender sind im Innern des Fahrrades eingebaut und werden von Dieben nicht ohne Weiteres entdeckt. Bestohlene müssen aber auch allein schon deshalb die Polizei einschalten, weil das Gesetz verbietet, Personen ohne deren Einverständnis mit einem Tracker zu überwachen.

Um der Polizei unnötige Arbeit zu ersparen, sollten mutmaßlich Geschädigte überprüfen, dass beim GPS-Sender keine Fehlfunktion vorliegt, erklärt Yvonne Schächtele. „Bestenfalls sollte man kurz überprüfen, ob das Fahrrad tatsächlich nicht mehr dort steht, wo man es zuvor abgestellt hat.“

Rad per GPS-Tracker geortet: Polizei braucht Durchsuchungsbefehl

Tempo ist Trumpf, sollte sich ein Diebstahl abzeichnen. „Dann sollte sofort die Polizei über den Notruf 110 verständigt und die vorhandenen Standortdaten übermittelt werden“, sagt Schächtele. Eine Fahndung würde eingeleitet.

Allerdings müssten Polizisten ebenfalls Gesetze beachten. Einen Verdächtigen auf dem mutmaßlich gestohlenen E-Bike dürften die Beamten nur dann kontrollieren und das Rad beschlagnahmen, sollte er den Besitz nicht nachweisen können. Anschließend werde in Ruhe geklärt, wem das Fahrrad gehöre.

Komplizierter wird es, wenn das gestohlene Rad abtransportiert und in einem Haus oder einem Fahrzeug zwischengelagert wurde. „In diesem Fall braucht die Polizei einen Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft“, stellt Yvonne Schächtele klar.

Wie viele Fälle von Fahrraddiebstahl im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg mittels GPS-Trackern geklärt wurden, könne nicht ohne größeren Aufwand bestimmt werden, teilt die Polizeisprecherin mit. Auffällig sei gewesen, dass zwischen Juli 2025 und dem 14. August sieben von insgesamt zehn Fällen in Ludwigsburg verübt worden waren. Dieser Fakt lasse jedoch keine Rückschlüsse auf das Vorgehen der Täter zu.

In diesem Sommer waren auch Steuergeräte von E-Bikes vermehrt das Ziel von Fahrraddieben. Die Polizei im Kreis Ludwigsburg registrierte binnen weniger Wochen zehn Diebstählen von Displays.

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