Gastronomie in Bietigheim: Ende für „The Garden Project“ – Restaurant ist insolvent

Die Tür zum Restaurant bleibt seit Juli geschlossen. Dem Betreiber ging das Geld aus.
Simon GranvilleVor verschlossener Tür finden sich Restaurantgänger seit Kurzem wieder, wenn sie das Restaurant „The Garden Project“ an der Freiberger Straße in Bietigheim ansteuern. Das vor zwei Jahren gestartete Lokal hat eine bewegte Geschichte hinter sich – und bleibt nun wohl dauerhaft geschlossen.
„Es ist natürlich schade, aber genau habe ich jetzt auch nicht verfolgt, wie es dazu gekommen ist“, sagt Daniel Leno, der Eigentümer des Neubaus an der Kreuzung Freiberger- und Stuttgarter Straße, in dem auch das nun geschlossene Restaurant beheimatet ist. Leno hatte 2023 als Teilhaber mit die Initialzündung für das „Garden Project“ gegeben. 2024 ist er aber wieder ausgestiegen.
Das Restaurant hat einige Wechsel in der Geschäftsführung hinter sich, der aktuelle Inhaber hat Ende Juli einen Insolvenzantrag gestellt, eine Anfrage dieser Zeitung ließ er aber unbeantwortet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Markus Schuster von der Kanzlei Schultze & Braun eingesetzt. Der sagt, dass das Restaurant zuletzt Anfang Juli Gerichte servierte.
Eine Gemengelage aus mehreren Gründen hätte zur Schließung geführt, erklärt Schuster. „Letztlich gab es schon seit eineinhalb Jahren wirtschaftliche Probleme“, sagt der Jurist. Die Gäste blieben aus, gerade hochpreisige Gerichte wie Steaks, für die „The Garden Project“ bekannt werden wollte, liefen nicht gut. Bei den Mitarbeitern gab es Probleme mit der Zuverlässigkeit, so dass der Geschäftsführer selbst viele Schichten übernehmen musste. Auch die Baustelle vor dem Haus seit Mai habe nicht geholfen, sei aber nicht der Hauptgrund für die Insolvenz.

Markus Schuster von der Kanzlei Schultze & Braun ist Insolvenzverwalter für das Restaurant „The Garden Project“.
Foto: Schultze & Braun GmbH„Und dann war trotz aller Bemühungen irgendwann die Liquidität am Ende“, sagt Schuster. Dem Betreiber ging das Geld aus. Ob ein Insolvenzverfahren eröffnet werden kann, hängt nun davon ab, ob noch genügend Masse dafür vorhanden ist. Das werde derzeit geprüft. Gut möglich also, dass die GmbH, die das Restaurant betreibt, einfach gelöscht wird und die Gläubiger erst mal leer ausgehen. Die Mitarbeiter, die noch auf Löhne warten, haben laut Schuster aber Anspruch auf Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur. Zuletzt hatten fünf feste Mitarbeiter und mehrere Minijobber im Restaurant gearbeitet.
Vermieter will Gastronomie-Standort vorerst nicht aufgeben
Vermieter Leno sieht auch heute noch Potenzial in dem Gastro-Standort. Klar gebe es derzeit eine große Baustelle vor dem Haus, aber gleichzeitig sei die Lage durch die Nähe zu großen Unternehmen wie Valeo oder der Bietigheimer Wohnbau sehr gut.

“The Garden Project“ bot ein besonderes Ambiente, die Ausstattung war nicht alltäglich.
Foto: Simon Granville„Ich werde es wieder als Gastronomie-Fläche ausschreiben, es gibt auch schon ein paar Interessenten, aber das muss man jetzt abwarten“, sagt Leno. In dem Haus sind auch Apartments und andere gewerbliche Mieter wie eine Arztpraxis untergebracht.
Vor zwei Jahren noch waren die damals vier Betreiber frohen Mutes und mit Tatendrang gestartet. Ein elegantes Design kombiniert mit vielen Pflanzen und Grüntönen machte die Optik des neuen Restaurants mit knapp 100 Sitzplätzen aus. Vor allem Steak- und Burgergerichte, aber auch Pasta und besondere Salate sollten die Gäste anlocken. Auch Livemusik wurde in dem Restaurant zeitweilig angeboten.
Das neue Interieur gehört fast komplett dem Vermieter, gute Voraussetzungen also für einen neuen gastronomischen Anlauf an dem Standort.
