Gedenkaktion für Opfer im Iran: Viele der Opfer sind im gleichen Alter wie die Jugendlichen selbst

Jugendliche aus Ludwigsburg gestalten auf dem Rathausplatz mit Kerzen die Landkarte des Irans und gedenken der Opfer von Gewalt und Repression.
privatMit einer stillen und eindrucksvollen Gedenkaktion auf dem Rathausplatz haben drei Jugendliche aus Ludwigsburg am vergangenen Freitag ihre Anteilnahme für die Menschen im Iran zum Ausdruck gebracht. Im Mittelpunkt stand eine besondere Installation.
Die 17- und 18-jährigen Schüler Joshua Edelmann, Frederic Silvestre und Shayan Voith zeichneten mit Kerzen die Landkarte des Irans großflächig auf den Platz. Innerhalb der Umrisse lagen Bilder von Menschen, die im Iran durch staatliche Repression und Gewalt ihr Leben verloren haben, viele von ihnen im gleichen Alter wie die Jugendlichen selbst.
Leuchtende Kerzen schaffen Ort des Erinnerns

Gedenken an die Opfer der jüngsten Gewalt im Iran.
Foto: privatBei der Aktion, die von der Ludwigsburgerin Arezoo Shoaleh organisiert wurde, wurde der Opfer der jüngsten Gewalt im Iran gedacht. Die leuchtenden Kerzen verwandelten den Platz in einen stillen Ort des Erinnerns.
Passantinnen und Passanten hielten inne, legten Kerzen und Blumen nieder und beteiligten sich an einer Schweigeminute zum Gedenken an die zehntausenden Opfer der Ereignisse vom 8. und 9. Januar im Iran.
Mit ihrer Aktion wollten die Jugendlichen daran erinnern, dass junge Menschen im Iran für Freiheit, Menschenrechte und Selbstbestimmung ihr Leben geopfert haben. Für Werte, die hier in einer Demokratie oft als selbstverständlich erscheinen.
„Demokratie ist stark, aber zugleich zerbrechlich“
„Gerade junge Menschen sollen erkennen, wie wertvoll Demokratie und Freiheit sind“, so Arezoo Shoaleh. „Viele Gleichaltrige im Iran haben für diese Rechte ihr Leben verloren. Demokratie ist stark, aber zugleich zerbrechlich. Sie muss von jeder Generation bewusst geschützt werden.“
Die Gedenkveranstaltung auf dem Ludwigsburger Rathausplatz setzte damit ein sichtbares Zeichen der Solidarität über Ländergrenzen hinaus. Und sie zeigte, dass gesellschaftliches Engagement bereits im jungen Alter beginnt.
Arezoo Shoaleh hatte bereits Mitte Januar eine bewegende Kundgebung für die Menschen im Iran organisiert. Dabei forderten die Redner, unter ihnen der Ludwigsburger Oberbürgermeister Matthias Knecht, ein klares Handeln gegen das iranische Regime.