Gewalt am Bahnhof in Ludwigsburg: 18-Jähriger wurde fast getötet – Polizei macht mehrere Verdächtige ausfindig

In den frühen Morgenstunden des 15. Juli wurden Wohnungen in Ludwigsburg, Pleidelsheim und Bietigheim-Bissingen durchsucht (Symbolbild).
Marijan Murat/dpa- Polizei ermittelt zu Gewalteskalation am Bahnhof Ludwigsburg: acht Verdächtige identifiziert.
- Serie von Schlägereien gipfelte Anfang März im Messerangriff auf einen 18-Jährigen.
- Vier Personen stehen im Verdacht, am versuchten Tötungsdelikt vom 8. März beteiligt gewesen zu sein.
- Durchsuchungen am 15. Juli in drei Orten – Waffen und weitere Beweise wurden sichergestellt.
- Hintergründe der Konflikte, auch mögliche ethnische Bezüge, sind Gegenstand laufender Ermittlungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehrere Schlägereien und Auseinandersetzungen rund um den Bahnhof hielten Ludwigsburg im Frühjahr in Atem. Die Serie von Gewalttaten gipfelte schließlich Anfang März dann darin, dass ein 18-Jähriger niedergestochen wurde und in Lebensgefahr schwebte. Wie die Polizei nun bekannt gibt, wurden mittlerweile acht Tatverdächtige im Alter zwischen 14 und 22 Jahren ausfindig gemacht.
Polizei ermittelt wegen zahlreicher Gewaltdelikte
Im Anschluss an das versuchte Tötungsdelikt vom 8. März war am 16. März die Ermittlungsgruppe „Residenz“ eingerichtet worden, die sich aus 15 Ermittlerinnen und Ermittlern der Kriminal- und Schutzpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg zusammensetzte. Monatelange und intensive Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart führten schließlich zu dem erwähnten Erfolg. Die Tatverdächtigen waren je in unterschiedlicher Zusammensetzung an den Auseinandersetzungen beteiligt. Ihnen werden zahlreiche Gewaltdelikte zur Last gelegt.
Der Polizeirevierleiter von Ludwigsburg Guido Passaro hatte in einem Interview bereits angedeutet, dass es sich zum Teil auch um ethnische Auseinandersetzungen handele: „Es geht um regionale Zugehörigkeit: Syrer und Afghanen halten zusammen, ebenso Nordafrikaner oder Personen mit Wurzeln im Balkan.“ Bei den acht Verdächtigen handelt es sich laut Polizei teilweise um Personen aus Syrien sowie um Deutsche mit familiären Bezügen in den kurdischen beziehungsweise kosovarischen Raum.
Polizei stellt Waffen sicher
Vier der Tatverdächtigen stehen im Verdacht, als Täter oder Teilnehmer an dem versuchten Tötungsdelikt vom 8. März beteiligt gewesen zu sein. Doch bereits vor dieser Tat gab es nach bisherigem Stand der Ermittlungen mehrere weitere Aufeinandertreffen der Gruppen im Stadtgebiet, bei denen es jeweils zu Körperverletzungsdelikten kam. Die Hintergründe der Auseinandersetzungen und ein möglicher Zusammenhang mit ethnischen oder anderen Konfliktlagen sind aktuell Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Die Wohnungen der Tatverdächtigen in den Bereichen Ludwigsburg, Pleidelsheim und Bietigheim-Bissingen wurden in den frühen Morgenstunden des 15. Juli durchsucht. Hierbei waren rund einhundert Polizisten sowie mehrere Vertreter der Staatsanwaltschaft beteiligt. Sieben der acht Tatverdächtigen wurden vor Ort angetroffen. Bei den Durchsuchungen wurden verschiedene Waffen sowie andere Beweismittel sichergestellt, die nun ausgewertet werden.

