Hitze ist ein Grund
: Mehr Infektionen wegen rohem Fleisch im Kreis Ludwigsburg

Der heiße Sommer führt zu mehr bakteriellen Durchfallerkrankungen im Kreis Ludwigsburg. Warum nicht nur Fleisch, sondern auch Salate gefährlich werden können.
Von
Frank Ruppert
Kreis Ludwigsburg
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Rohe Hühnchen sind in der Küche oft eine Quelle für Infektionen.

ARCHIV - Rohe Hähnchen liegen am 12.01.2012 in Berlin auf einem Tisch. Rohes Geflügel ist in der Küche eine Quelle für Infektionen, wenn nicht hygienisch damit umgegangen wird. In Deutschland sind Campylobacter-Bakterien auf dem Vormarsch, die auf der Haut von Geflügel zu finden sein können. Die Erreger lösen Erbrechen und Durchfall aus. (zu dpa «Krank durch Lebensmittel: Weniger Salmonellen, mehr Campylobacter» vom 7.6.2017) Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Rohe Hühnchen sind in der Küche oft eine Quelle für Infektionen.

Britta Pedersen/dpa
  • Im Kreis Ludwigsburg steigen Campylobacter-Infektionen – dieses Jahr bislang 229 Fälle.
  • Hauptquelle sind rohe oder unzureichend gegarte tierische Lebensmittel wie Geflügel und Rohmilch.
  • Kreuzkontamination macht auch Salate riskant, wenn sie nach Kontakt nicht erhitzt werden.
  • Landratsamt rät: strikte Trennung von roh und verzehrfertig, gründliches Händewaschen.
  • Symptome sind Durchfall, Bauchkrämpfe, Fieber; meist klingt die Erkrankung binnen einer Woche ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Kreis Ludwigsburg nimmt nach Angaben des Landratsamts die Zahl der Campylobacter-Infektionen zu. Die Bakterien werden vor allem über rohe oder unzureichend gegarte tierische Lebensmittel, insbesondere Geflügelfleisch und Rohmilch, sowie durch Kreuzkontamination bei der Zubereitung von Speisen übertragen. Sie gehören zu den häufigsten Ursachen bakterieller Durchfallerkrankungen in Deutschland. In diesem Jahr wurden im Kreis Ludwigsburg bislang 229 Infektionen gemeldet, 44 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Hühner und anderes Geflügel sind häufig mit Campylobacter besiedelt. Auch andere Nutztiere wie Rinder und Schweine sowie Heimtiere wie Hunde und Katzen können die Bakterien in sich tragen. Die Tiere selbst zeigen dabei häufig keine Krankheitszeichen.

„Umso wichtiger sind ein sorgfältiger Umgang mit den genannten Lebensmitteln ab dem Zeitpunkt des Einkaufs, bei der Weiter- und Zubereitung zu Hause und die Einhaltung einer guten Küchen- und Händehygiene, um eine Übertragung auf den Menschen zu vermeiden“, erklärt Dr. Susanne Hitzler, Fachbereichsleiterin Gesundheitsschutz beim Landratsamt Ludwigsburg. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lasse sich das Risiko deutlich reduzieren. „Vor allem die konsequente Trennung von rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln sowie gründliches Händewaschen tragen dazu bei, Infektionen zu vermeiden.“

Campylobacter-Infektionen treten besonders häufig in den Sommermonaten auf. Hygienefehler beim Transport, etwa bei Nichteinhaltung der Kühlkette, oder bei der Zubereitung der genannten Lebensmittel können die Übertragung der Bakterien begünstigen. So können Keime beispielsweise von rohem Geflügelfleisch über Hände, Schneidebretter, Messer oder Arbeitsflächen auf andere Lebensmittel gelangen. Besonders problematisch ist laut Experten eine solche Kreuzkontamination bei Lebensmitteln, die anschließend nicht mehr erhitzt werden, beispielsweise bei Salaten oder anderen verzehrfertigen Speisen.

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„Mit einfachen Hygienemaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.“
Dr. Susanne Hitzler,
Fachbereichsleiterin Gesundheitsschutz

Eine Campylobacter-Infektion kann mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Unwohlsein beginnen. Typische Beschwerden treten meist zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung auf. Dazu gehören Durchfall, der blutig sein kann, Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit und Erbrechen. „In den meisten Fällen klingt die Erkrankung innerhalb einer Woche von selbst ab und eine antibiotische Behandlung ist nicht erforderlich“, beruhigt Hitzler. In sehr seltenen Fällen können jedoch Folgeerkrankungen auftreten.