Hochwasserschutz im Kreis Ludwigsburg
: Neues Frühwarnsystem: „Wenn das Wasser steigt, zählt jede Minute“

Walheim, Erligheim und Kirchheim am Neckar setzen gemeinsam mit der Netze BW auf ein digitales Frühwarnsystem. Das soll bei Starkregen und Hochwasser frühzeitig Alarm schlagen.
Von
Julia Amrhein
Kreis Ludwigsburg
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Mit den NOYSEE-Sensoren für den Notfall Hochwasser gerüstet (v.l.n.r.): Christoph Herre (Bürgermeister Walheim), David Schweiger (Kommunalberater bei Netze BW), Rainer Schäuffele (Bürgermeister von Erligheim), Uwe Seibold (Bürgermeister Kirchheim am Neckar) und Dagmar Kruse (Kommunalberaterin bei Netze BW)

Die Bürgermeister von Walheim, Erligheim und Kirchheim am Neckar setzen gemeinsam mit der Netze BW auf das System „Noysee“, das Pegelstände überwachen kann.

Netze BW GmbH
  • Walheim, Erligheim und Kirchheim am Neckar führen das Frühwarnsystem „Noysee“ ein.
  • Sensoren messen per Radar oder Ultraschall den Abstand zur Wasseroberfläche in Echtzeit.
  • Bei schnell steigenden Pegeln oder Grenzwertüberschreitungen informiert das System Einsatzkräfte.
  • Walheim und Erligheim nutzen je zwei Sensoren an Baumbach und Ensbach – Kirchheim drei am Mühlbach.
  • Die Daten helfen Kommunen, Risikostellen zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielter zu planen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn Starkregen einsetzt, kann aus einem kleinen Bach innerhalb kürzester Zeit eine ernste Gefahr werden: Wasserpegel steigen, Straßen laufen voll, Keller drohen zu überfluten. Walheim und Erligheim haben solche Situationen bereits erlebt – und setzen deshalb laut Pressemitteilung nun ebenso wie Kirchheim am Neckar gemeinsam mit der Netze BW auf das digitale Frühwarnsystem „Noysee“, das kritische Pegelstände überwacht und frühzeitig auf Risiken hinweist.

Abstand zur Wasseroberfläche wird gemessen

Die „Noysee“-Sensoren, die mit Radar- oder Ultraschalltechnik arbeiten, überwachen gefährdete Gewässerabschnitte in Echtzeit und melden, wenn sich eine Hochwasserlage entwickelt. Dies geschieht über eine präzise Messung des Abstands zur Wasseroberfläche. Dank Solarmodulen sind die Sensoren energieautark und bleiben auch bei längeren Starkregenlagen einsatzbereit. Steigen die Wasserstände schnell an oder überschreiten festgelegte Grenzwerte, informiert das System automatisch die zuständigen Stellen und Einsatzkräfte.

Wie das konkret aussieht, zeigt der Blick in die Gemeinden: Walheim und Erligheim verfügen über zwei Sensoren, die am Baumbach und am Ensbach installiert sind. Für Kirchheim am Neckar behalten am Mühlbach auf Bönnigheimer Gemarkung künftig drei Pegelsensoren den Überblick.

„Wenn das Wasser steigt, geht es um Menschen, ihr Zuhause und ihr Sicherheitsgefühl“, so der Walheimer Bürgermeister Christoph Herre: „Das Frühwarnsystem gibt uns wertvolle Zeit.“ In Erligheim habe man erlebt, wie schnell sich die Lage bei Starkregen verändern kann, ergänzt der dortige Bürgermeister Rainer Schäuffele: „Dann zählt jede Minute. Wenn Feuerwehr und Bauhof die Pegelwerte frühzeitig erhalten, können sie die Situation besser einschätzen und gezielter reagieren.“

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Daten für Schutzmaßnahmen

Kirchheim sei 2024 glücklicherweise von größeren Hochwasserschäden verschont geblieben, sagt Bürgermeister Uwe Seibold: „Aber auch wir müssen uns fragen: Wie gut sind wir auf den nächsten Starkregen vorbereitet?“ Die Sensoren warnen nämlich nicht nur, sondern liefern den Kommunen auch Daten, um besser zu verstehen, wo es bei Starkregen besonders kritisch werden kann, erklärt David Schweiger, Kommunalberater bei Netze BW: „Dadurch lassen sich gefährdete Stellen frühzeitig erkennen und künftige Schutzmaßnahmen gezielter planen.“