Homestaging
: Wie Silvia Keck aus Steinheim für bessere Chancen beim Immobilien-Verkauf sorgt

Wenn die Immobilie zum Dauerinserat wird – kommt sie ins Spiel. Silvia Keck ist Homestagerin und zeigt, wie sich die Verkaufschancen durch gezielte Gestaltung erhöhen lassen.
Von
Gülay Alparslan
Ludwigsburg
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Mit Möbeln, Accessoires und Feingefühl sorgt Silvia Keck für verkaufsfördernde Raumwirkung.

Privat

Frau B. aus dem Raum Stuttgart ist verzweifelt. Monatelang versucht sie, ihre Dachgeschosswohnung zu verkaufen – mit professionellem Makler, ansprechender Anzeige und guten Argumenten: gepflegte Ausstattung, tolle Lage, Einbauküche inklusive. Aber auch mit einigen Herausforderungen: rund 90 Stufen vom Garagenplatz bis zur Wohnungstür, ein Balkon, der fast schon als Nische durchgeht, und sommerliche Temperaturen, die sich in den Räumen stauen. Der Maklervertrag läuft aus, die Frustration bei Frau B. ist groß.

In dieser Situation wendet sie sich an Silvia Keck. Keck ist Homestagerin – sie bereitet Immobilien gezielt für den Verkauf vor. Räume werden entrümpelt, entpersonalisiert, neu möbliert und so gestaltet, dass potenzielle Käufer sich leichter vorstellen können, darin zu wohnen. Ich habe ein Einrichtungskonzept erstellt, das die Vorzüge der Wohnung betont – ohne dabei Schwächen zu verschleiern, versteht sich“, betont Keck.

Im Fall von Frau B. packt sie Möbel aus dem eigenen Lager, ergänzt fehlende Stücke, lässt alles professionell aufbauen und ins rechte Licht rücken. Zum Schluss lässt die Homestagerin professionelle Fotos erstellen, die für die neue Vermarktung notwendig sind. Und siehe da, es klappt: Nach wenigen Besichtigungen ist ein Käufer gefunden. Die Eigentümerin ist überglücklich - und hat Silvia Keck sogar vor Kurzem erst wieder kontaktiert.

Vorher und Nachher – was Homestaging ausmacht

Für Silvia Keck ist das kein Einzelfall. Seit 2014 arbeitet sie als zertifizierte Homestagerin, ist Mitglied im Berufsverband DGHR und seit 2023 auch DGHR-Preisträgerin in der Kategorie „bewohnte Immobilien“. Ihre beruflichen Wurzeln liegen im kaufmännischen Bereich, gelernt hat sie Industriekauffrau. Doch ihr Herz schlägt für Räume. Schon seit 2001 unterstützt sie den Raumausstattungsbetrieb ihres Mannes. So kam sie auch mit dem Thema Homestaging in Berührung – durch einen Artikel in einer Fachzeitschrift. „Ich habe sofort gespürt: Das ist meins.“

Was eine professionelle Beratung und ein Homestaging – also eine verkaufsfördernde Gestaltung einer Immobilie – optisch bewirken können, zeigen Fotos, die Silvia Keck zur Verfügung gestellt hat. So sah eine Wohnung aus, bevor die Homestagerin sie für den Verkauf vorbereitete.

So sieht die Immobilie im Leerstand aus – bevor sie für potenzielle Käufer hergerichtet wurde.

Foto: Privat

Und so wirkt sie, nachdem Silvia Keck die Räume neu inszeniert und mit passenden Möbeln ausgestattet hat.

Mit ihrem geschulten Blick richtet Silvia Keck die Räume so ein, dass sie wohnlich und einladend wirken.

Foto: Privat

Die Möblierung und die sorgfältig ausgewählten Accessoires lassen die Immobilie sofort wohnlicher wirken und erleichtern es Interessenten, sich das Leben darin vorzustellen.

Warme Farben, eine schlichte Einrichtung und viel Licht schaffen ein Wohlfühlambiente.

Foto: Privat

Was Homestaging so wirkungsvoll macht, ist laut Keck vor allem die Fähigkeit, Immobilien durch eine gezielte, neutrale Gestaltung für eine möglichst breite Zielgruppe attraktiv zu machen. „Der erste Eindruck entscheidet – und der entsteht heute fast immer online.“ Wer dort mit schlechten Fotos, überladenen Räumen oder zu viel Persönlichkeit aufwartet, riskiert, dass die Immobilie von vornherein wenig Beachtung findet.

Wie Homestaging auch finanziell wirkt

Viele Verkäufer unterschätzen, wie stark persönliche Gegenstände – Familienfotos, religiöse Symbole, Haustierspuren – potenzielle Käufer abschrecken oder vom eigentlichen Potenzial der Immobilie ablenken können, so Keck. Beim Homestaging gehe es darum, das Zuhause zum Produkt zu machen: neutral, offen, einladend. „Käufer müssen das Gefühl haben: Hier könnte ich leben.“

Auch in Zahlen lasse sich der Nutzen belegen. Studien des Berufsverbands zeigen, dass Homestaging den Verkauf nicht nur beschleunigen kann, sondern in vielen Fällen auch Preisnachlässe verhindert oder sogar den Erlös um 10 bis 15 Prozent steigern kann. „Gerade für private Verkäufer ist das entscheidend“, betont Keck. „Oft geht es um viel Geld – sei es nach einer Trennung, im Erbfall oder wenn Pflegekosten gedeckt werden müssen.“

Die Kosten für ein professionelles Staging variieren je nach Objektgröße und Aufwand. Grob lässt sich sagen: Zwischen 1,5 und 3 Prozent des angestrebten Verkaufspreises. „Ein Einzimmerapartment ist im Verhältnis teurer als ein großes Haus – allein wegen der Fixkosten wie Transport oder Aufbau“, erklärt Silvia Keck. Aber jeder Fall wird individuell kalkuliert.

Vom Erstgespräch bis zum Exposé – Silvia Keck begleitet den gesamten Prozess

Die Zusammenarbeit mit Silvia Keck startet in der Regel mit einem Kennenlerntermin vor Ort. Die Homestagerin klärt, ob entrümpelt werden muss, wie der Zeitrahmen aussieht, welche Besonderheiten das Objekt hat – etwa ungewöhnliche Deckenhöhen oder spezielle Farbtöne. Auf dieser Basis entsteht ein Einrichtungskonzept, das sich oft an bereits vorhandenen Elementen orientiert: „Wenn im Bad gelbe Fliesen sind, kann ich sie nicht wegzaubern – aber ich kann sie gestalterisch integrieren.“

Möbel, Vorhänge, Accessoires – vieles stammt aus ihrem Fundus. Manches wird gezielt hinzugekauft oder sogar maßgefertigt, etwa passende Gardinen. Nach dem Aufbau vor Ort wird fotografiert. „Professionelle Bilder sind das A und O“, so Keck. Auf Wunsch erstellt sie auch Exposé-Grundrisse oder 360-Grad-Rundgänge, damit potenzielle Käufer sich virtuell durch die Räume bewegen können.

Bei der Einrichtung achtet sie auf Trends – aber ohne sich ihnen zu unterwerfen. „Skandi-Style war lange sehr gefragt, jetzt sieht man immer mehr Schwarz in Küchen und Bädern“, sagt sie. Naturtöne und Bouclé-Stoffe seien ebenfalls beliebt. Entscheidend sei aber immer die Zielgruppe. „Ein Apartment für einen Studenten wird anders inszeniert als ein Einfamilienhaus mit Garten. Und fast immer richten wir inzwischen ein Homeoffice ein – das ist seit Corona Standard.“

Ein gutes Gefühl beim Betreten der Immobilie zu erzeugen

Was die Möbel betrifft, entscheidet sie selbst. „Ich beziehe den Eigentümer mit ein, aber ich bin nicht weisungsgebunden. Es bringt nichts, wenn jemand unbedingt ein rotes Sofa will – aber es passt einfach nicht zum Objekt.“ Ihre Erfahrung, ihr Blick fürs Ganze – das ist es, was Homestaging von einem simplen „Schönmachen“ unterscheidet.

Auch zum Thema digitales Staging hat Keck eine klare Haltung: „Es kann sinnvoll sein – etwa bei vermieteten Objekten oder Neubauten, die noch nicht fertiggestellt sind. Aber in den meisten Fällen ersetzt es nicht das echte Gefühl beim Betreten eines Raumes.“ Ein Bild am Bildschirm ist das eine – die emotionale Wirkung in der Realität eine ganz andere.

Ein gutes Gefühl beim Betreten der Immobilie erzeugen

Der Markt habe sich in den letzten Jahren deutlich verändert, beobachtet Keck. „Früher wurden Neubauwohnungen direkt vom Plan weg verkauft. Heute brauchen auch Bauträger Unterstützung bei der Präsentation.“ In Stuttgart etwa hat sie gerade eine Musterwohnung für ein größeres Projekt eingerichtet – mit Erfolg.

Was bleibt, ist der gemeinsame Nenner aller Objekte: das Ziel, ein gutes Gefühl beim Betreten zu erzeugen: „Wenn Interessenten sagen: ‚Hier könnte ich sofort einziehen‘ – dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe“, sagt Keck.

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