Invasive Art
: Asiatische Hornisse hat sich in Kornwestheim eingenistet

Das neu entdeckte Nest im Salamander-Stadtpark ist nicht das erste im Kreis Ludwigsburg. Doch es zeigt: Das Problem mit der invasiven Art wird schlimmer.
Von
Emanuel Hege
Kornwestheim
Jetzt in der App anhören
Asiatische Hornissen: ARCHIV - 09.08.2024, Hessen, Maintal: Asiatische Hornissen sitzen auf ihrem Nest. (zu dpa: «Exotische Hornisse gesichtet - das macht sie gefährlich») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die asiatische Hornissen frisst gerne –vor allem hemische Insekten.

Boris Roessler/dpa
  • In Kornwestheim wurde im Salamander-Stadtpark ein Nest der Asiatischen Hornisse gefunden.
  • Das Primärnest liegt bei den Schachfeldern in einer Hecke, die Entfernung wurde eingeleitet.
  • Die Stadt warnt vor einem möglichen größeren Sekundärnest in der Umgebung.
  • Landesweit meldete die LUBW von Frühjahr bis Ende August über 2000 Nester – mehr als doppelt so viele.
  • Imker berichten von Angriffen auf Bienenvölker, die Art frisst auch heimische Insekten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Salamander-Stadtpark in Kornwestheim ist ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt worden. Das Primärnest befindet sich im Bereich der Schachspielfelder in einer Hecke, wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte. Die zuständigen Stellen seien bereits informiert, die Entfernung des Nestes sei eingeleitet worden.

Trotzdem bittet die Stadt die Bürgerinnen und Bürger um Aufmerksamkeit. Hintergrund ist die Sorge, dass sich in der Umgebung des Salamander-Parks bereits ein größeres sogenanntes Sekundärnest befinden könnte. Solche Nester werden von den Tieren im Laufe des Sommers angelegt und können deutlich größer sein als die zunächst von der Königin gebauten Gründungsnester.

Gemeldete Nester haben sich verdoppelt

Die Asiatische Hornisse ist eine invasive, nicht heimische Art, die sich auch im Landkreis Ludwigsburg zunehmend ausbreitet. Nach Angaben des Landratsamts wurde sie dort bereits mehrfach gesichtet. Dass die Zahl der Meldungen weiter steigen dürfte, zeigen auch die landesweiten Zahlen: Nach aktuellen Daten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wurden von Frühjahr bis Ende August bereits deutlich mehr als 2000 Nester gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die gestiegenen Meldezahlen seien allerdings nicht ausschließlich auf eine stärkere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zurückzuführen, schränkt das Landesamt ein. Sie könnten auch ein Zeichen dafür sein, dass die invasive Art inzwischen bekannter ist und die Bevölkerung aufmerksamer ist und häufiger Sichtungen meldet.

StZ Kreis Ludwigsburg
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Ludwigsburg und dem Kreis im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Bienenvölker im Kreis angegriffen

Auf die Auswirkungen der Asiatischen Hornisse weist seit Längerem auch der Imkerverein Ludwigsburg hin. Auf seiner Internetseite stellt der Verein Informationen über die Hornisse und ihre Bekämpfung bereit.

Die Tiere haben einen hohen Energiebedarf und decken diesen unter anderem, indem sie heimische Insekten fressen. Auf ihrem Speiseplan stehen beispielsweise Fliegen, Schmetterlinge und Spinnen – aber auch Honigbienen. Laut Imkerverein gebe es bereits einige Bienenvölker im Kreis Ludwigsburg, die von der asiatischen Hornisse massiv beschädigt wurden. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein, sagt Vereinsvorsitzender Kai Uwe Trefz.

Asiatische Hornissen: ARCHIV - 09.08.2024, Hessen, Maintal: Nachdem das Ausflugsloch mit Rasierschaum verschlossen und die Tiere im Inneren betäubt wurden, werden neu anfliegende Asiatische Hornissen abgesaugt.  (zu dpa: «Asiatische Hornisse - reichen Maßnahmen zur Eindämmung aus?») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Nest wird entfernt: Nachdem das Ausflugsloch mit Rasierschaum verschlossen und die Tiere im Inneren betäubt wurden, werden anfliegende Asiatische Hornissen abgesaugt.

Boris Roessler/dpa

Ganz einfach ist die Asiatische Hornisse allerdings nicht von heimischen Arten zu unterscheiden. Sie ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse, aber größer als eine Wespe. Ihr Körper ist überwiegend dunkel gefärbt. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist der Kopf: Während die Europäische Hornisse einen rötlichen bis schwarzen Kopf hat, ist der Kopf der Asiatischen Hornisse schwarz mit einer orangen Stirn. Besonders auffällig sind zudem ihre gelben Beinenden.

Im Laufe des Jahres baut die Asiatische Hornisse zwei unterschiedliche Nesttypen. Im Frühjahr gründet die Königin zunächst ein sogenanntes Primärnest. Dieses ist etwa handballengroß und befindet sich meist in Hecken, unter Dachvorsprüngen oder an Schuppen. Im Sommer entsteht dann das deutlich größere Sekundärnest. Es hängt häufig frei und in großer Höhe in Bäumen. Bis zum Frühherbst kann ein solches Hornissenvolk auf bis zu 2000 Tiere anwachsen.