Kastanienbeutelfest in Ludwigsburg: Schlange stehen vor dem Maroni-Stand

Accessoires, Hochprozentiges und Maroni gehören zum Kastanienbeutelfest.
Werner KuhnleRucksackträger jeden Alters sind am Sonntag in Ludwigsburg aus der S-Bahn gestiegen. Zielstrebig marschierten sie – noch mit leeren Behältnissen – in Richtung Arsenalplatz, Wilhelmstraße oder Marktplatz. Sie alle wollten zum Kastanienbeutelfest.
Die Besucher hatten die Qual der Wahl
Wohlriechende Düfte empfingen die Flaneure auf diesem Weg schon am Stand der Hasenmühle Weinsberg. Maja Donald-Blezinger hatte dort die ungewöhnliche Kombination von Produkten aus der Aromatherapie und aus der Gebrauchskeramik aufgebaut. „Die Keramik haben schon meine Eltern hergestellt“, erzählte Donald-Blezinger. Aber auch die wohlriechenden Öle und Essenzen werden in ihrer Mühle angeboten. Auf dem weiteren Weg hatten die Besucher die Qual der Wahl an Porzellan, Holz- und Spielwaren, Schmuck, Bekleidung oder Lammfellen.
Und wer nach Kastanien-Erzeugnissen suchte, wurde auf der „Fressmeile“ an der Wilhelmstraße fündig. Schon vor dem eigentlichen Mittagessen standen Hungrige vor dem Maroni-Stand von Bio-Landwirt Jürgen Schiedl vom Bodensee Schlange. Toni-Maroni, der einzige andere Esskastanien-Stand-Betreiber, hatte ganz kurzfristig absagen müssen. Zu spät sind viele Maroni in diesem Jahr gereift. „Die Maroni fallen als Igel vom Baum“, erklärte Schiedl, der überall in Italien seine Maroni einkauft. Das Problem dabei: Die Reifung lässt sich nicht beschleunigen. Man muss warten, bis die äußere Schale von allein aufplatzt. Schiedl ist in diesem Jahr in der Region Bologna fündig geworden. „Das ist aber in jedem Jahr anders.“ Während der Klimawandel einerseits die Maroni später reifen lässt, könnte er andererseits dafür sorgen, dass Schiedl in absehbarer Zeit Maroni vom eigenen Hof in Bodman anbieten kann. Zwanzig Bäume hat er schon gepflanzt.
Kastanien-Produkte hat auch Imker Schäuffele aus Mönsheim im Angebot. „Kastanienhonig ist aber nicht jedermanns Sache, er ist ziemlich bitter“, berichtete Schäuffele. Er selbst verwendet ihn im Salat.
Rettungshundestaffel Ludwigsburg als Attraktion
Hauptanziehungspunkt für Groß und Klein auf dem Marktplatz war die Rettungshundestaffel Ludwigsburg. Die arbeitsamen Hunde mit Spezialausbildung sind als Such- und Spürhunde, auch als Therapiehunde im Einsatz. „Heute darf man sie streicheln, oder man kann sich mit ihnen fotografieren lassen“, so Staffelmitglied Petra Strobel. Therapiehündin Paula, eine stattliche Berner Sennenhündin, war mit Frauchen Petra Bürkle-Blum gekommen. „Sie kann ganz schön verfressen sein“, verriet die Besitzerin, während Paula entspannt auf dem Boden lag und die vierbeinigen Kollegen mit Herrchen oder Frauchen ihren Mittagsspaziergang in Richtung Rathausplatz unternahmen.