Keltenmuseum in Hochdorf: Wie viel sind die Hinweistafeln an der Autobahn wert?

Die Schrift bröckelt und nach Angaben der Autobahn GmbH ist auch die Standfestigkeit der Hinweisschilder gefährdet.
Carsten Willing- A81-Hinweistafeln zum Keltenmuseum sind marode – Schrift bröckelt, Standsicherheit fraglich.
- Erneuerung kostet laut Gemeinde 20.000 bis 40.000 Euro pro Schild, Angebote fehlen noch.
- Autobahn GmbH verlangt neue Fundamente oder Standsicherheitsnachweis und setzte Frist bis 7. September.
- Kostenloser Rückbau möglich, wenn Eberdingen auf Erneuerung verzichtet und den Platz freigibt.
- Gemeinderat plant Mittel für 2027, prüft Fördervereinshilfe und hält grundsätzlich an Schildern fest.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer die A81 auf Höhe Eberdingen entlangfährt, hat sie sicherlich schon einmal gesehen: die beiden touristischen Hinweistafeln, die auf das Hochdorfer Keltenmuseum aufmerksam machen sollen. Die Schilder sind allerdings mittlerweile in die Jahre gekommen und entsprechend marode. Ob sie nun wieder herausgeputzt werden, will sich die Gemeinde Eberdingen noch offenhalten – denn eine Erneuerung würde wohl mehrere Zehntausend Euro kosten.
Die Frist ist kurz, die der Eberdinger Bürgermeister Carsten Willing per Post von der Autobahn GmbH gestellt bekommt: Am 24. Juli teilt die Fernstraßenverwaltung des Bundes mit, dass an den Hinweistafeln erhebliche Mängel bestehen und bis zum 7. September eine Erklärung erwartet werde. Schlechterdings läuft die Frist parallel zu den Sommerferien, weshalb Willing eine Verlängerung beantragt. Die bekommt er, wenn auch nicht im gewünschten Umfang. Und so muss der Gemeinderat eilends über die Sache beraten, ohne dass belastbare Angebote vorliegen.
So geht es also in der Gemeinderatssitzung darum, weshalb die Erneuerung einfacher Hinweistafeln 20.000 bis 40.000 Euro pro Stück kosten soll – und wie viel Nutzen man sich davon verspricht. Schon während des Sachvortrags von Willing, er habe angesichts der Haushaltslage überlegt, das Thema ganz fallen zu lassen, erschallt der Zwischenruf „Ja, bitte!“
Der Abbau der Schilder wäre kostenlos
Die Autobahn GmbH fordere jedoch den Bau neuer Fundamente, alternativ den Nachweis über die Standsicherheit der vorhandenen Fundamente. Wenn am Rand einer Autobahn Bauarbeiten ausgeführt werden, muss die Absicherung der Baustelle zudem hohen Ansprüchen genügen, die sich in deutlich höheren Kosten niederschlagen als von innerörtlichen Arbeiten gewohnt.
Der Abbau der Schilder, wäre übrigens kostenlos: Die Autobahn GmbH habe angekündigt, im Zug einer Altregelung die 2004 aufgestellten Schilder auf eigene Kosten zu entfernen, falls die Gemeinde Eberdingen auf eine Erneuerung verzichten und den Platz freigeben wolle. Um den Standort weiter zu sichern, müsse die Gemeinde also schnellstens signalisieren, die Erneuerung in Angriff zu nehmen. Einen Zuschuss des Landes gebe es nicht, schiebt Willing nach.
„Die Schilder – an denen ist man so schnell vorbeigefahren“, so FWE-Rat Martin Witsch: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir deswegen zwei Besucher mehr haben.“ Früher seien solche Schilder eine Besonderheit gewesen, heute nicht mehr. „Die Kosten sehe ich im Augenblick als nicht tragbar bei dem, was wir vor der Brust haben. Wenn es dem Land das nicht wert ist, obwohl sie sagen, Baden-Württemberg wäre Keltenland, dann bin ich der Meinung, können wir es auch nicht machen.“
Rat will beim Förderverein anklopfen
Veronika Wernstedt von SPD/Grüne gerät wegen der Bürokratie glatt ins Witzeln: „Die Hardware ist nicht kaputt, nur die Schrift ein bisschen defekt.“ Augenzwinkernd richtete sie daher einen Appell an ihren CDU-Ratskollegen Rainer Pinkau, er solle doch einfach mal nachts den Anstrich erneuern. Der staunt wiederum über die geschätzten Kosten: „20 000 bis 40 000 Euro pro Schild, da habe ich schon geschluckt. Ich selbst nehme solche Schilder zwar wahr – aber ob ich deswegen hingehe?“ Das sieht CDU-Kollege Bernd Hasenmaier ein wenig anders: „Wenn ich im Urlaub solche Schilder sehe, habe ich schon das eine oder andere besucht. Und es ist eine Erinnerungsmarke: Ach Keltenmuseum, da könnte ich mal wieder hingehen.“
Am Ende steht der Beschluss, beim Förderverein Keltenmuseum Hochdorf wegen einer finanziellen Unterstützung anzuklopfen, grundsätzlich an den Schildern festzuhalten und die Mittel fürs Haushaltsjahr 2027 einzuplanen. Je nach Höhe der Kosten – wenn die Angebote vorliegen – könne immer auch noch die Option „kostenloser Rückbau“ gezogen werden.