Kindergipfel
: Grundschüler in Ludwigsburg: Friedhof ist mit der schönste Ort in der Stadt

Beim Ludwigsburger Kindergipfel zeigen Grundschüler, was sie sich für ihre Stadt wünschen. Damit beeindrucken sie auch Oberbürgermeister Matthias Knecht.
Von
Maximilian Kroh
Ludwigsburg
Jetzt in der App anhören

Die Ludwigsburger Grundschüler diskutieren beim Kindergipfel mit Oberbürgermeister Matthias Knecht über ihre Anliegen.

Simon Granville

Seit fast sechs Jahren ist Matthias Knecht Oberbürgermeister (OB) von Ludwigsburg – und noch immer hält sein Job die ein oder andere Überraschung für ihn parat. Dass einmal Grundschüler im Innenhof der Karlskaserne Schlange stehen, um sich ein Autogramm von ihm abzuholen, gehört zweifellos dazu. „Mir schreiben manchmal Leute, die Autogramme von allen Bürgermeistern Deutschlands sammeln“, erzählt er. „Aber so etwas ist neu.“

Vorschläge mit Kreide aufgemalt

Der OB ist am Freitagmorgen zwar eindeutig der Stargast an der Karlskaserne, aber eigentlich wegen etwas ganz anderem gekommen. Der Kindergipfel steht an, die Drittklässler aus den Ludwigsburger Grundschulen haben gemeinsam erarbeitet, was ihnen an ihrer Stadt gefällt und welche Verbesserungen sie sich wünschen. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es im Innenhof schon, dort haben sie mit Straßenkreide einzelne Vorschläge auf den Boden gemalt. Fahrräder sind zu erkennen, Bäume, Zebrastreifen.

„Ich muss mein Fahrrad zu Hause immer in den Keller tragen, weil es draußen keine Radständer gibt“, sagt eine Schülerin zu Knecht, als sie sich gemeinsam die Zeichnungen anschauen. Auf der Bühne in der Karlskaserne wird es dann noch konkreter. Dort geht es unter anderem um neue Radwege, mehr Ampeln an Schulwegen und Mitspracherecht beim Schulmittagessen.

Der Friedhof gilt als Ruheort

Auch Grünflächen sind ein wichtiges Thema: „Wenn ein Baum gefällt wird, müssen dort zwei neue hin“, fordert eine Schülerin. Eine Schülergruppe will, dass kaputte Geräte auf den Spielplätzen schneller ausgetauscht werden. Und natürlich darf in so einer Runde auch die ein oder andere Skurrilität nicht fehlen. Den Pflugfeldener Grundschülern scheint beispielsweise ihr Friedhof besonders am Herzen zu liegen. Den zählen sie zu den schönsten Orten in ihrem Stadtteil. „Da ist es schön ruhig und man kann sich entspannen“, erklärt ein Junge und eine Mitschülerin pflichtet ihm bei: „Wir treffen uns dort öfter zum Spielen.“

Der OB ist beeindruckt

Insgesamt zeigt Knecht sich beeindruckt von den Vorschlägen der Schüler: „Da sind viele realistische Dinge für unsere Stadt dabei“, sagt der OB. Damit auch etwas davon umgesetzt wird, kommt Arndt Jeremias ins Spiel. Er ist als Teamleiter für Kinder- und Jugendförderung bei der Stadt Ludwigsburg für den Kindergipfel verantwortlich. Vor allem aber sorgt er dafür, dass die Vorschläge der Kinder in den Stadtentwicklungsplänen ihrer Stadtteile landen.

„Dort versuchen wir dann, schnell lösbare Anliegen umzusetzen“, sagt Jeremias und denkt dabei etwa an Spielgeräte auf Schulhöfen. „Wenn so etwas klappt, wird den Schülern klar, dass ihr Einsatz das ermöglicht hat. So machen wir ihnen auch demokratische Teilhabe schmackhaft.“ Und dann bleibt vom Kindergipfel auch mehr als nur das Autogramm vom Oberbürgermeister.

StZ Kreis Ludwigsburg
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Ludwigsburg und dem Kreis im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.