Langjähriger Olymp-Firmenchef
: Trauer um Tausendsassa Eberhard Bezner

Der Bietigheim-Bissinger Hemdenpionier ist am Dienstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Er prägte die Entwicklung des Unternehmens Olymp über Jahrzehnte.
Von
Uwe Mollenkopf
Bietigheim-Bissingen
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Eberhard Bezner

Eberhard Bezner war im Lauf der Jahrzehnte auf vielseitige Weise tätig.

Olymp
  • Eberhard Bezner, Ex-Geschäftsführer von Olymp, starb am Dienstag friedlich mit 90 Jahren.
  • Er führte seit 1960 das Familienunternehmen und übergab später an seinen Sohn Mark Bezner.
  • Früh verlegte er die Hemdenfertigung ins Ausland – Entwicklung und Logistik blieben in Bietigheim.
  • Er war langjähriger CDU-Stadtrat, erhielt zahlreiche Ehrungen und gründete 2008 eine Stiftung.
  • Musik- und Sportsponsor: „Jazz im Olymp“, Hotel „Eberhards“ und Unterstützung der SG BBM Bietigheim.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im August war er noch bei der Pressekonferenz dabei, bei der der Wechsel in der Führung des Hotels und Restaurants Eberhards vorgestellt wurde. An diesem Dienstag ist Eberhard Bezner, der langjährige frühere Geschäftsführer und bis zuletzt Mitgesellschafter der Olymp Bezner KG in Bietigheim-Bissingen, friedlich zu Hause im Kreis seiner Familie verstorben. Er wurde 90 Jahre alt.

Geboren wurde Eberhard Bezner am 31. Dezember 1935 in Stuttgart als einziges Kind des Olymp-Firmengründers Eugen Bezner und dessen Frau Wilma. Er wuchs in Bietigheim und Ingersheim auf, bevor er nach seiner Schulausbildung in Bietigheim 1950 eine Lehre zum Textil- beziehungsweise Einzelhandelskaufmann in einem Textilgroßhandel in Ludwigsburg begann. Danach trat er am 1953 zunächst als einfacher Mitarbeiter in das elterliche Unternehmen Olymp ein.

Mit 24 Jahren Firmenchef

Durch den überraschenden Tod seines Vaters Eugen Bezner 1960 musste Eberhard Bezner mit gerade einmal 24 Jahren über Nacht die gesamte Verantwortung für die mittelständische Hemdenfirma übernehmen. Dieser Aufgabe habe er sich als Geschäftsführender Gesellschafter viele Jahrzehnte lang mit seiner gesamten unternehmerischen Energie bis zur vollständigen Staffelübergabe an seinen Sohn und Nachfolger Mark Bezner gewidmet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens Olymp, das dieses Jahr auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

Eine wesentliche unternehmerische Leistung von Eberhard Bezner habe vor allem darin gelegen, dass er bereits Ende der 1960er-Jahre die wachsenden Schwierigkeiten der heimischen Textilproduktion erkannt hatte. Der Bedarf an qualifizierten Produktionskräften ließ sich in dieser Zeit laut Mitteilung kaum mehr decken. Angesichts der annähernden Vollbeschäftigung verlor die hiesige Textil- und Bekleidungsindustrie gerade im Mittleren Neckarraum kontinuierlich Arbeitskräfte an die traditionell starken Industriezweige wie die Maschinenbau- und Automobilbranche.

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Daher rückte die Hemdenfertigung im Ausland in den Blick. Unter anderem ließ Bezner auf den Philippinen, in Taiwan, Myanmar sowie Indonesien fertigen. Unternehmensbereiche wie Entwicklung, Design, Außenhandel, Produktionsplanung und Logistik blieben am Standort Bietigheim.

Bezner betätigte sich in seiner Zeit als Geschäftsführender Gesellschafter auch als schwäbischer Tüftler. Viele Versuche und Erprobungen, die auf seine Initiative zurückgingen, führten zu Verbesserung bei den Eigenschaften der Hemden wie Bügelfreiheit, Knitterarmut, Atmungsaktivität oder Haltbarkeit. Seine Ideen für die moderne Hemdenkonfektion legten laut Unternehmensmitteilung den Grundstein für den anhaltenden Markterfolg.

Dienstältestes Ratsmitglied

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit übernahm Eberhard Bezner politische Verantwortung im Kommunalparlament. In Bietigheim-Bissingen war er von 1968 bis 2004 zeitweise dienstältestes Ratsmitglied der CDU-Fraktion und ehrenamtlicher Stellvertreter von OB Manfred List. List charakterisierte ihn bei der Ehrung für 30 Jahre Ratstätigkeit als „gleichermaßen bodenständig und weltoffen“. Sein Fraktionskollege Gustav Eppler hob in der Sitzung hervor, er habe das Ohr immer am Volk gehabt und es verstanden, bei schwierigen Dingen die Diskussion immer auf den Punkt zu bringen. Kurze Zeit gehörte er auch dem Kreistag an.

Eberhard Bezner wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Für seine Verdienste als Bürger, Mäzen, Sponsor und Mandatsträger um das Gemeinwesen erhielt er die Ehrennadel des Landes und das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2013 wurde er vom Wirtschaftsforum Baden-Baden für sein Lebenswerk als Doyen der deutschen Hemdenindustrie und als Gesellschafter von Olymp ausgezeichnet.

Stiftung ist weltweit tätig

Bezner engagierte sich zudem für humanitäre Hilfsprojekte. Mit Sohn Mark Bezner und Tochter Birgit Bezner-Fischer gründete er aus dieser Motivation heraus 2008 die mit einem privaten Stiftungskapital von einer Million Euro ausgestattete Olymp-Bezner-Stiftung, die sich weltweit für die Erziehung, Gesundheit und Bildung von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

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Baumann

Zu den vielfältigen Tätigkeitsfeldern von Eberhard Bezner zählt die Eröffnung des Hotels und Restaurants „Eberhards“ an der Enz 2010. Zudem war er ein ausgewiesener Musikliebhaber, der das Festival „Jazz im Olymp“ initiierte. Es findet seit 2001 jährlich mit Stars aus der internationalen Musikszene auf dem Firmenareal statt.

Als begeisterter Sportfreund und Sponsor unterstützte Eberhard Bezner jahrzehntelang die heimischen Klubs. Er war Mitbegründer des Schwimmvereins und auch bei der SV Germania und der Skizunft Bietigheim aktiv. Vor allem betätigte er sich als großzügiger Sponsor für die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim– sowohl durch die Olymp Bezner KG als auch als Privatmann. Dieses Engagement gehörte laut Unternehmensmitteilung zu den erfolgreichsten unternehmerischen Engagements im deutschen Spitzensport und sorgte für zahlreiche Titel.