Leserfoto: Doppelter Regenbogen – Naturspektakel im Bottwartal

Zwei Regenbogen über der Burg Lichtenberg in Oberstenfeld – fotografiert von Leser Stefan Huber.
Stefan HuberEin aufmerksamer Spaziergänger hat Anfang der Woche in Oberstenfeld ein seltenes Naturschauspiel festgehalten: Über dem Ort spannte sich ein doppelter Regenbogen – ein Motiv, das nur unter besonderen Bedingungen zu sehen ist.
Wie Regenbögen überhaupt entstehen, erklärt der Lokalmeteorologe Yannick Garbe: „Im Regenbogen wird das weiße Sonnenlicht in seine Spektralfarben von Rot, Gelb, Grün bis hin zu Blau und Violett zerlegt.“ Ursache dafür sei die Brechung des Lichts an den fallenden Regentropfen in der Luft.
Weil die Tropfen rund sind, erscheine der Regenbogen als halbkreisförmiger Bogen. „Aus einem Flugzeug kann man ihn theoretisch sogar als ganzen Kreis beobachten“, so Garbe.
Ein doppelter Regenbogen entsteht, wenn das Sonnenlicht in den Regentropfen zweimal reflektiert wird. Beim inneren, helleren Regenbogen wird das Licht einmal im Tropfen gebrochen und reflektiert. Beim zweiten, äußeren Regenbogen erfolgt eine zusätzliche Reflexion im Inneren des Tropfens. Dadurch erscheint der zweite Bogen oberhalb des ersten und wirkt deutlich schwächer.
Warum Regenbögen vor allem im Frühjahr zu sehen sind
Damit ein Regenbogen sichtbar wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: „Die Sonne muss von hinten in den fallenden Regen scheinen“, erklärt Garbe. Zudem dürfe der Winkel der Sonnenstrahlen zur Erdoberfläche nicht größer als 42 Grad sein.
Nicht immer ist der Regenbogen vollständig zu sehen. „Bei sehr trockener Luft verdunsten die Regentropfen manchmal, bevor sie den Boden erreichen“, sagt Garbe. Dann erscheine der Regenbogen nur als Ausschnitt – „ähnlich wie in einem Digitalbild mit einem Pixelfehler“.

Seit 2007 versorgt Yannick Garbe die Marbacher Zeitung mit lokalen Wetterberichten, seit 2026 auch die Stuttgarter Zeitung im Kreis Ludwigsburg sowie die Kornwestheimer Zeitung mit landkreisweiten Wetterberichten.
Foto: Phillip WeingandRund um das Phänomen ranken sich auch Mythen. „Der Sage nach befindet sich am Ende eines Regenbogens ein Goldschatz“, sagt Garbe. Tatsächlich lasse sich dieses Ende jedoch nie erreichen, da sich der Regenbogen immer mit dem Betrachter mitbewegt.
Besonders häufig sind Regenbögen im Frühjahr zu sehen. „In dieser Zeit gibt es oft einen raschen Wechsel zwischen Sonnenschein und Regenschauern“, erklärt der Meteorologe – ideale Bedingungen also für solche eindrucksvollen Himmelsbilder wie das in Oberstenfeld.
