Lokale Wirtschaft: Gewerbeflächen decken Bedarf nur knapp – so will Ludwigsburg damit umgehen

Gewerbeflächen in der Stadt werden knapp – hier im Bild das Gewerbegebiet West.
Simon GranvilleLudwigsburg soll innovativ und attraktiv für Unternehmen bleiben. Das Problem: die Gewerbeflächen werden knapp. Rund 15,4 Hektar verfügbare Fläche gibt es derzeit noch, was fehlt ist eine städtische Strategie, wie man damit umgeht. „Wir sprechen über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Ludwigsburg, ein sehr angesehener in Baden-Württemberg, der vor den gleichen Herausforderungen steht wie andere Kommunen in Deutschland und Europa“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht – „allein aufgrund der Zugehörigkeit zu einer sehr starken Automobil-Region und den Herausforderungen durch den Transformationsprozess“.
Flächenbedarf geht zurück
Der Flächenbedarf der Stadt liegt jährlich bei 1,2 Hektar und wird sich perspektivisch eher zwischen 0,8 und einem Hektar einpendeln. „Wir sehen eine Urbanisierung der Wirtschaft, sie wird kleinteiliger und Bereiche werden ausgelagert“, erklärt Uwe Luipold von regioteam, ein Büro für Stadtentwicklung und Regionalwirtschaft, das im Auftrag der Stadt ein Gewerbeflächenkonzept erstellt und die bestehenden Flächen untersucht hat. Rein rechnerisch würde die verfügbare Fläche also für die nächsten zehn bis 15 Jahre ausreichen, „abgesehen vom Standort Hintere Halden und einzelnen Projekten, in denen Flächen umgewandelt werden, gibt es aber kaum weitere verfügbare Flächen“, sagt Luipold. Dazu würden Gebiete im kommunalen Eigentum und kleinere Flächen fehlen.
Fest steht: Den Bedarf an Gewerbeflächen kann die Stadt so nur knapp decken, „deshalb müssen wir auf andere Kommunen zugehen und auch private Eigentümer aktivieren“, sagt Luipold und nennt als Beispiel den Einrichtungskonzern Ikea, der mit dem Bau eines weiteren Parkhauses freie Fläche schaffen könnte.
Um mit dem Mangel künftig umzugehen, hat die Stadt Ludwigsburg am Mittwochabend acht Leitlinien verabschiedet, wie man mit Gewerbeflächen umgehen will. Die sind bislang sehr allgemein gehalten, „sollen aber als Grundlage dienen und weiter angepasst werden“, sagt Matthias Knecht. Priorität hat nun unter anderem: das Gebiet Oßweil Süd-Ost vorantreiben, untersuchen bei welcher Gewerbefläche der größte Handlungsdruck besteht und das Vorkaufsrecht für brachfallende Gewerbeflächen nutzen.