Ludwigsburger Saatkrähen: Krähen am Schulcampus – Stadt setzt künftig auf KI und Falkner

Seit Jahren sind die Saatkrähen ein Problem in Ludwigsburg.
Simon GranvilleSie sind laut, verursachen viel Dreck und treten meist in großen Gruppen auf: Saatkrähen machen am Schulcampus in der Innenstadt in Ludwigsburg seit Jahren Probleme. 135 Nester gibt es mittlerweile in den Platanen an der Alleen-, Solitude- und Karlstraße. Die Stadt müht sich, die Population der Vögel dort wieder herunterzufahren. Das ist aber nicht leicht, weil die Tiere unter Artenschutz stehen.
Vergangenes Jahr hat man deshalb begonnen, die Vögel mit einer KI (Künstlichen Intelligenz) zu vergrämen. Ein Sensor erkennt, wenn Krähen in der Nähe sind, und Lautsprecher geben Warnrufe ab, die die Tiere verscheuchen sollen. „Noch ist es viel zu früh um zu sagen, ob das Projekt erfolgreich ist“, sagt Tobias Leitzbach. Er arbeitet im Rathaus beim Fachbereich Tiefbau und Grünflächen und beschäftigt sich unter anderem mit der Bekämpfung der Krähenplage.

Am Schulcampus in Ludwigsburg gibt es 135 Nester von Saatkrähen.
Foto: Simon GranvilleNun will die Stadtverwaltung weitere Lautsprecher zum KI-System hinzufügen und sich um die Erlaubnis für den Einsatz eines Falkners bemühen. „Wir stehen im Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde“, sagt Bürgermeister Sebastian Mannl. Das müsse man ohnehin für alle Maßnahmen in dem Bereich. Auch mit den Schulen stehe die Verwaltung im Austausch und stelle dabei fest, dass es den Schulleitungen um eine Reduktion der Tiere auf ein Maß wie früher gehe. Eine radikale und komplette Verbannung werde gar nicht gefordert.
Kreisweite Erhebung notwendig?
Das Problem beim Einsatz von Greifvögeln – in dem Fall wäre es ein Bussard – durch einen Falkner ist unter anderem, dass die Stadt bei einer solchen Vergrämung auch gleich Ausweichquartiere für die Saatkrähen präsentieren muss. „Diese können theoretisch fünf bis zehn Kilometer entfernt liegen“, sagt Leitzbach. Allerdings fehle es an geeigneten Ausweichflächen innerhalb der Stadt. Um zu vermeiden, dass sich die Krähen einfach ein paar Straßen weiter ansiedeln und das Problem nur verschoben wird, wäre es der Verwaltung am liebsten ein Quartier außerhalb der Stadt zu finden.
Dabei will man es sich aber natürlich nicht mit den Nachbarkommunen verscherzen. „Das Problem ist auch, dass wir nicht wissen, welche Kommunen im Umkreis ein ähnliches Problem haben“, sagt Leitzbach. Er wisse dies nur von Kornwestheim. Gut wäre aus Ludwigsburger Sicht ein kreisweites Vorgehen, um auch gemeinsam passende Ausweichquartiere zu finden.
Die Beauftragung des Falkners ist also an einige Hürden geknüpft. Für das aktuelle Jahr sei daher wohl nicht mehr damit zu rechnen. Wenn es möglich wird, wird das die Stadt mindestens 80 000 Euro jährlich kosten. Bereits jetzt soll aber neben den weiteren Lautsprechern noch mehr unternommen werden: Um die Folgen der Krähenplage abzufedern, will die Stadt häufiger die Straßen unter den Platanen reinigen.
Eine Lösung mit Schutz-Planen unter den Bäumen kommt für die Stadtverwaltung nicht infrage. Das sei nur eine temporäre Lösung. bei der zudem die Verkehrssicherheit bei Stürmen eine große Frage sei. Dauerhafte Überdachungen seien in der Diskussion mit Schulen.
