Mammutprojekt in Ditzingen
: Schule wird nicht rechtzeitig fertig

In die Doris-Leibinger-Schule werden anders als geplant keine Schüler zum Schuljahresbeginn einziehen. Jetzt muss Plan B für die zentrale Grundschule Ditzingens her.
Von
Franziska Kleiner
Ludwigsburg
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Die Bauarbeiten werden nicht rechtzeitig beendet.

Simon Granville

Eigentlich sollten im September die ersten Schüler in die neue zentrale Grundschule der Doris-Leibinger-Schule einziehen. Leben sollte einkehren in die neue Schule in der Kernstadt, um die der Gemeinderat so viele Jahre gerungen hatte. Es kam anders: „Aufgrund baulicher Verzögerungen ist ein sicherer und geordneter Schulbetrieb im neuen Gebäude noch nicht möglich“, heißt es in einem Informationsschreiben der Schulleitung an die Eltern.

Oberbürgermeister Michael Makurath hatte zwischenzeitlich auch die Stadträte über die Verzögerung informiert. Laut Baubürgermeister Ulrich Bahmer waren die Bauarbeiten zwar ausgeschrieben und Angebote eingeholt worden. Im Ergebnis aber lagen einzelne Angebote weit über dem Erwarteten, so dass Ausschreibungen aufgehoben und Pläne umgearbeitet wurden. Offen blieb in der letzten Sitzung vor der Sommerpause zum Beispiel, ob im Gebäude ein Aufzug wie vorgesehen eingebaut werden muss oder nicht. Um die Barrierefreiheit herzustellen, wäre auch der Einbau von Treppenliften möglich, so die Verwaltung. Finanzielle Gründe hatten die Verwaltung dazu geführt, die Auszugspläne aufzugeben. Dafür wären „aufwändige Eingriffe in den Untergrund, die Bodenplatte und das Gesamttragwerk notwendig“, teilte die Verwaltung mit. Das Regierungspräsidium erteilte der Umplanung zumindest zunächst eine Absage.

Ursprünglicher Zeitplan aufgegeben

Auch deshalb wurde der ursprüngliche Zeitplan für den Umzug in die Schule zum neuen Schuljahr im Herbst aufgegeben. Der Umzug soll nun „so bald wie möglich“ erfolgen, wie es in der Elterninformation heißt. Aber klar ist auch, dass die Stadt als Schulträger lärmintensive Bauarbeiten nur in den Ferien zulassen wird.

Die Doris-Leibinger-Schule entsteht am Standort der Konrad-Kocher-Schule (KKS) am Ostrand der Kernstadt und besteht aus zwei Gebäuden: einem Neubau und einem sanierten Bau der bisherigen KKS. Die künftigen Klassen 3 und 4 werden in der ehemaligen Wilhelmschule unterrichtet.

Die Kosten belaufen sich derweil auf rund 54 Millionen Euro. Der Schulbau am Ostrand der Ditzinger Kernstadt ist die derzeit größte Einzelinvestition der Stadt. Weder Verwaltung noch Gemeinderat stellen das laufende Projekt in Frage, obwohl die finanzielle Lage mit dem deutlichen Rückgang der Gewerbesteuereinahmen deutlich schlechter geworden ist. Nahm die Stadt 2023 83 Millionen Gewerbesteuerzahlungen ein – ein Rekordergebnis –, wird dieses Jahr nicht einmal die Hälfte der Summe erwartet.

Oberbürgermeister Michael Makurath (parteilos) hat den Zeitverzug erklärt.

Foto: Stadt Ditzingen

Einige Jahre war über die Schaffung der zentralen Grundschule diskutiert worden, Pläne waren geschmiedet und wieder verworfen worden. Am Ende stand die Entscheidung, am Standort der Konrad-Kocher-Schule (KKS), ursprünglich als Grund- und Hauptschule gebaut, die beiden bisherigen Grundschulen der Kernstadt – die KKS und die Wilhelmschule –zusammenzulegen. Dafür wurde ein Gebäude der KKS abgerissen, ein Neubau errichtet. Das Bestandsgebäude soll saniert werden, wenn der Neubau bezogen ist.

Die Baustelle aus großer Höhe.

Foto: Simon Granville

Die Wilhelmschule wird als Schulstandort aufgegeben. Anlass für diese Überlegungen waren einerseits Statistiken, die einen Rückgang der Schülerzahlen prognostizierten. Andererseits wollte die Stadt ein Gebäude einsparen, um so Unterhaltskosten zu sparen. Wie viele andere Kommunen ist Ditzingen in der Situation, dass zentrale Gebäude in die Jahre kommen und nun modernisiert werden müssen.

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