Millionenprojekt in der Innenstadt: „Glücksfall für Ludwigsburg“ – der Schillerplatz wird grün

Bäume statt Betonwüste: So soll der Schillerplatz ab Ende 2026 aussehen.
Mann LandschaftsarchitekturEs kommt vermutlich selten vor, dass bei einem Bauprojekt mit Kosten in Millionenhöhe so viel Einigkeit im Gemeinderat herrscht wie bei der Umgestaltung des Ludwigsburger Schillerplatzes. Für rund 2,5 Millionen Euro soll der Platz im kommenden Jahr entsiegelt und begrünt werden. Eine stolze Summe für eine Stadt mit einer so klammen Kasse wie Ludwigsburg. Dass die Stadträte das Vorhaben im Bauausschuss am Donnerstagabend ohne größere Diskussionen unterstützen, liegt auch daran, dass die Kreissparkasse Ludwigsburg einen Großteil der Kosten trägt.
„Das ist ein Glücksfall für Ludwigsburg“, sagte deshalb SPD-Stadträtin Margit Liepins im Bauausschuss. „Wir dürfen uns diese Chance nicht entgehen lassen.“ Die Kosten für die Stadt liegen beim Projekt Schillerplatz im Bereich von 300 000 Euro. So muss die Stadt einen Anteil der Förderung bezahlen, den die Kreissparkasse für das Projekt erhält, außerdem beteiligt sie sich an den bisher entstandenen Planungskosten. Wie schon beim Arsenalplatz stammt der Entwurf aus dem Büro des Fuldaer Landschaftsarchitekten Tobias Mann.
Bäume, Pflanzen und Nebeldüsen geplant
„Der Arsenalplatz ist auch als Veranstaltungsort gedacht, aber der Schillerplatz wird grün“, kündigt Mann an. Im Wesentlichen geht es deshalb um eine Entsiegelung der rund 2800 Quadratmeter großen Fläche vor der Kreissparkasse, die momentan noch eine Betonwüste ist. Geplant sind mehrere Rasenstücke mit Bäumen und Pflanzen, auch Nebeldüsen sollen installiert werden.

Derzeit ist der Schillerplatz eine große Baustelle.
Foto: Simon Granville„So viele Grünflächen bedeuten einen relativ hohen Pflegeaufwand“, sagt Tobias Mann. Die Pflege übernimmt das Grünflächenamt der Stadt Ludwigsburg, die Kosten trägt aber auch hier die Kreissparkasse. „Beide Seiten haben etwas von einer optischen Aufwertung des Platzes“, erklärt ihr Vertreter Steffen Kleemann. Der neue Haupteingang des Bankgebäudes soll sich am Ende des Umbaus an der Ecke zwischen Schillerplatz und Schillerstraße befinden. Um dort Platz für einen breiten Fußgängerweg zu schaffen, verliert die Schillerplatz-Straße an dieser Stelle eine Fahrspur. Sie ist wegen der Baustelle allerdings ohnehin bereits gesperrt .
Das große, rote Sparschwein bleibt auf Wunsch der Kreissparkasse auf dem Schillerplatz, auch die Parkplätze in der Schulgasse sollen erhalten werden. Die Schulgasse und vor allem die Zufahrt zur Sophie-Scholl-Schule könnte der größte Reibungspunkt werden. „Wir müssen hier genau regeln, wer einfahren darf“, forderte Maik Stefan Braumann von der CDU, und Grünen-Stadträtin Christine Knoß pflichtete bei: „Wenn dort ein Verkehrschaos entsteht wie in der Myliusstraße, will sich auf dem Schillerplatz auch niemand aufhalten.“
Die Stadtverwaltung wolle eine Lösung zunächst mit Eltern und Schule abstimmen, kündigte Baubürgermeisterin Andrea Schwarz an. Und zwar möglichst schnell, denn der Zeitplan ist straff. In der Sitzung am 30. Juli soll der Gemeinderat das Projekt beschließen, im kommenden März soll der Umbau beginnen. Die Fertigstellung ist dann für Ende November 2026 geplant.