Mit Schnelltests gegen K.o.-Tropfen
: Aktionstag gegen Gewalt an Frauen in Ludwigsburg

Auf dem Ludwigsburger Wochenmarkt werden am Samstag, 1. Februar, unter anderem Schnelltests für K.o.-Tropfen verteilt.
Von
red
Ludwigsburg
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Gewalt gegen Frauen hat im vergangenen Jahr zugenommen.

/Simone Ruchay-Chiodi

Über geschlechtsspezifische Gewalt gegen Mädchen und Frauen klären in einer gemeinsamen Aktion die jeweiligen Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Kreis Ludwigsburg auf. Kristina Wolff von der Stadtverwaltung und Cynthia Schönau vom Landratsamt werden an diesem Samstag, 1. Februar, 9 bis 12 Uhr, auf dem Ludwigsburger Wochenmarkt Infomaterial zum Thema sowie K.o.-Tropfen-Schnelltests verteilen. Das schreiben Stadt und Kreis Ludwigsburg in einer gemeinsamen Mitteilung.

Der 1. Februar markiert den siebten Jahrestag, an dem das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen und Bekämpfung von häuslicher Gewalt rechtsbindend für Deutschland ist. Dieses europäische Gewaltschutzgesetz, die sogenannte Istanbul-Konvention, verpflichtet alle Unterzeichnerstaaten vorrangig zur Gewaltvorbeugung.

An der Ursache arbeiten

„Die zentrale Forderung der Istanbul-Konvention, Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen, muss absolut maßgebend für unsere Gesellschaft sein. Deshalb hat die Suche nach einem zweiten Frauenhaus im Landkreis höchste Priorität. Mit dem Verein Frauen für Frauen sind wir hier auf einem sehr guten Weg“, betont der Ludwigsburger Landrat Dietmar Allgaier.

Auch Oberbürgermeister Matthias Knecht unterstreicht: „Gewalt an Frauen und Mädchen ist inakzeptabel. Die Gewaltzahlen steigen, während die Gelder im Hilfesystem weiter gekürzt werden. Stadt und Landkreis kämpfen für ein zweites Frauenhaus und werden vom Bund seit Jahren ignoriert. Wir in Ludwigsburg akzeptieren das nicht länger tatenlos, sondern arbeiten an der Ursache, indem wir Sichtbarkeit, Aufklärung und Bewusstsein schaffen. Wir setzen anders als andere den Kernauftrag der Istanbul-Konvention um.“

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Zahl der Straftaten nimmt zu

„Seit sieben Jahren benennt die Bundesregierung ausnahmslos Maßnahmen, die erst nach einer durchlittenen Gewalterfahrung greifen. Der gewaltverhütende Auftrag bleibt unberücksichtigt und führt dazu, dass die Menschenrechtsverletzungen kontinuierlich zunehmen, auch in Ludwigsburg“, erläutert Kristina Wolff. Cynthia Schönau verweist zudem auf die kreisweite Jahres-Kampagne 2024 „Orange Bank gegen Gewalt an Frauen“.

Im „Lagebild zu Straftaten gegen Frauen und Mädchen“ des Bundeskriminalamts sind für 2023 insgesamt 938 versuchte und vollendete Tötungsdelikte abgebildet, 361 Mal mussten Mädchen und Frauen ihr Leben lassen. In ausnahmslos allen Deliktfeldern gab es eine deutliche Zunahme an geschlechtsspezifisch gegen Mädchen und Frauen ausgeübter Gewalt. Es herrsche akuter Handlungsbedarf, heißt es in der Mitteilung.