Neubau in Ditzingen
: Vom Skiwachs zur Bodenpflege: Loba investiert wie nie

Mit dem, was mit Max Fischer einst begann, hat das Unternehmen Loba heute wenig gemein. Und doch gibt es eines, was ohne ihn in Ditzingen so nicht möglich gewesen wäre.
Von
Franziska Kleiner
Ludwigsburg
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Loba hat fast 10 Millionen Euro in sein Zentrum für Forschung und Entwicklung investiert.

Simon Granville

Es ist ein Schlüsselmoment in der Unternehmensgeschichte: Die Firma Loba hat ein Zentrum für Forschung und Entwicklung in Ditzingen eröffnet. Das Ditzinger Traditionsunternehmen – nach eigenen Angaben weltweiter Innovationsführer im Bereich der Fußbodenveredelung – ist Teil der Loba Wakol Gruppe und gehört der internationalen Ardex Gruppe. Bekannt wurde sie aus einem anderen Grund.

Michael Fischer, der Sohn des Firmengründers

Foto: Simon Granville

Mit Holmenkol bekannt geworden

Denn angefangen hat alles mit Skiwachs, Haushaltskerzen und Fußbodenbeizen – auch damals schon im heutigen Stadtgebiet von Ditzingen. Als Max Fischer, der promovierte Chemiker und Wilhelm Hornung im April 1922 die „Vereinigte Wachswarenfabriken AG Hornung und Dr. Fischer“ gründeten, gehörten zur Produktpalette Bodenreiniger, Bohnerwachs und Fußbodenbeizen. Dazu auch Schuhcreme, Haushaltskerzen und Skiwachs. Fischer war begeisterter Skispringer und hatte deshalb das weltweit erste industrielle Skiwachs entwickelt. Es wurde unter der Marke Holmenkol vertrieben. Fischer wählte den Namen quasi als Hommage an die älteste Skisprungschanze der Welt, den Holmenkollbakken im norwegischen Oslo.

Aber nicht das Skiwachs, sondern die Gestaltung, Veredelung und Pflege von Parkett- und Holzfußböden bilden seit mehr als hundert Jahren das Kerngeschäft des Unternehmens. Jetzt hat es nach 20 Monaten Bauzeit den nach eigenen Angaben größten Meilenstein der Unternehmensgeschichte gesetzt. Die Einweihung des Zentrums für Forschung und Entwicklung fand mit Vertretern von Loba, Wakol, Ardex sowie dem Ditzinger Bürgermeister Ulrich Bahmer und Sigrid Zimmerling von der IHK Ludwigsburg statt.

Das dreigeschossige Entwicklungszentrum entstand im Nordwesten der Verwaltungs- und Produktionstrakte. Der Neubau aus Stahlbeton umfasst Produktentwicklung, Anwendungstechnik und Produktionslogistik. „Die modernen, lichtdurchfluteten Büro- und Laborflächen fördern eine Zugehörigkeit über Abteilungen hinweg, fördern Kreativität und Innovation“, sagte Geschäftsführer Alfred Melka. Die Dachterrasse ist mit Testflächen ausgestattet. „So lassen sich Realbedingungen für die Anwendung der Lacke, Öle, Reinigungs- und Pflegemittel simulieren, beispielsweise für verschiedene Baustellensituationen, Böden mit Fußbodenheizungen oder diverse Klimazonen“, teilt das Unternehmen mit. Höchste Investition der Unternehmensgeschichte

Vorerst werden rund 25 Mitarbeitende im Neubau ihren Arbeitsplatz beziehen – Raum für weiteres Wachstum sei gegeben. 9,6 Millionen Euro hat das Unternehmen am Standort nach eigenen Angaben investiert, es sei die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte. Loba sei im Jahr 2024 auf weltweit knapp 50 Millionen Euro Gesamtumsatz gekommen, gemeinsam habe die Loba-Wakol-Gruppe mehr als 150 Millionen Euro erzielt, resümierte Loba-Geschäftsführer Mario Probst bei der Eröffnung des Forschungszentrums. Probst führt gemeinsam mit Alfred Melka die Geschäfte.

Bürgermeister Ulrich Bahmer brachte „Stolz, Dankbarkeit und Respekt für dieses Engagement eines der ältesten Betriebe in der Stadt“ bei der Eröffnung zum Ausdruck und hob hervor, dass das Unternehmen „beständig und sehr vertrauensvoll im Miteinander“ des Stadtgefüges wirke. Sigrid Zimmerling lobte für die Industrie- und Handelskammer die Bestrebungen des Unternehmens, in dem Neubau eine besonders offene und arbeitnehmerfreundliche Umgebung zu schaffen. Sie dankte dem Unternehmen für das langjährige Engagement in der dualen Berufsausbildung.

Geschäftsführer Mario Probst

Foto: Simon Granville

Das Unternehmen ist mit der Zeit am Standort gewachsen, es wurde immer wieder um- und angebaut. Irgendwann war angesichts der verschiedenartigen Gebäude salopp von den „Vereinigten Hüttenwerken“ die Rede – vergleichbar mit Unternehmen wie etwa Porsche, deren Stammsitz auf diese Weise gewachsen war.

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