Neuerung in Ingersheim
: Erhebliche Zeitersparnis – KI schreibt Protokolle der Sitzungen

Die Gemeinde Ingersheim (Kreis Ludwigsburg) setzt künftig die Software „SpeechMind“ zur automatisierten Zusammenfassung ein.
Von
Jörg Palitzsch
Ingersheim
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Ingersheim
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In Ingersheim treffen Geschichte und Moderne treffen aufeinander.

Werner Kuhnle
  • Ingersheim setzt künftig „SpeechMind“ zur Protokollierung von Ratssitzungen ein.
  • Ziel ist Zeitersparnis, mehr Transparenz und schnellere Bereitstellung von Protokollen.
  • Audio wird transkribiert und zusammengefasst, Mitarbeitende prüfen und kürzen Entwürfe.
  • Freigabe erfolgt durch die Bürgermeisterin – ein Probeprotokoll soll vorab vorliegen.
  • Kosten: einmalig rund 600 Euro brutto in 2026, ab 2027 jährlich rund 2300 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gemeinde Ingersheim wird bei der Protokollierung ihrer Ratssitzungen künftig auf Unterstützung durch Künstliche Intelligenz setzen. Das Gremium stimmte mehrheitlich bei zwei Enthaltungen dem Einsatz der Software „SpeechMind“ zu.

Hintergrund ist der erhebliche Zeit- und Personalaufwand, den die manuelle Protokollerstellung verursacht, warb Bürgermeisterin Simone Lehnert für den Einsatz. Zugleich seien die Anforderungen an Transparenz, Objektivität und eine zeitnahe Bereitstellung der Sitzungsprotokolle gestiegen. „SpeechMind“ soll deshalb mehrere Arbeitsschritte automatisieren: Eine digitale Audioaufnahme der Gemeinderatssitzung wird in Text umgewandelt und anschließend von der Software strukturiert und zusammengefasst, wie Colin Cichy vom Hauptamt erläuterte.

Ganz ohne Menschen soll es allerdings auch künftig nicht gehen. Die von der KI erstellten Entwürfe werden von zuständigen Beschäftigten im Rathaus geprüft und redaktionell bearbeitet, eventuell auch gekürzt. Die abschließende Freigabe erfolgt durch die Bürgermeisterin als Sitzungsleitung.

Andere Ortschaften lehnen Einsatz ab

Auf Anregung von Hilde Grabenstein (SPD) soll vom Gremium vorab ein Probeprotokoll eingesehen werden. Christoph Leibrecht (FDP) hob die Zeitersparnis und den Bürokratieabbau hervor. Nur Karl Seitz (FW) war skeptisch. Er bat darum, den Vorschlag abzuwarten, um zu schauen, wie bei anderen Kommunen der Einsatz läuft. So haben etwa die Ortschaftsräte in Spielberg und Ochsenbach den Einsatz von „SpeechMind“ jüngst abgelehnt, gegen den Rat der Verwaltung. Dagegen plädierte Bürgermeisterin Lehnert vehement für den Einsatz. Ingersheim sei keine Insel, im Rathaus arbeite man seit geraumer Zeit mit KI. „Dies wird sich nicht aufhalten lassen.“

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Für 2026 rechnet die Gemeinde mit einmaligen Kosten von rund 600 Euro brutto. Ab 2027 sollen nach dem derzeit gewählten Preismodell jährlich rund 2300 Euro anfallen.