Neues Angebot in Kornwestheim: Treffpunkt statt Leerstand: Gewerbefläche wird künftig anders genutzt

In der Güterbahnhofstraße, neben der Postfiliale, soll eine neue Begegnungsstätte entstehen.
Stadt Kornwestheim (Archiv)Aus der Not eine Tugend machen, diesen Weg will nun die Bezirksbaugenossenschaft (BBG) Altwürttemberg in Kornwestheim gehen. Weil sie keinen Nachmieter für eine leer stehende Gewerbefläche in der Güterbahnhofstraße finden konnte, hat sie einen Plan B entwickelt. Bei der Stadt rennt das Wohnungs- und Immobilienunternehmen mit dem Vorhaben offene Türen ein.
Konkret geht es um das Gebäude mit der Hausnummer 25, neben der Postfiliale. Unter dem Namen Wohncafé Joos soll sich künftig im Erdgeschoss der Immobilie eine Begegnungsstätte befinden. Sie soll nicht nur den Mietern und Mitarbeitern, sondern allen Einwohnern Kornwestheims offenstehen, betont Eduard Schilling, einer der beiden Geschäftsführer und der kaufmännische Vorstand bei der Bezirksbaugenossenschaft. Benannt ist der neue Treffpunkt nach dem Gründer der Genossenschaft, Karl Joos.
Einmalige Veranstaltungen und wiederkehrende Termine
Die Vision ist es, dass das Café Menschen verschiedener Generationen zusammenbringt und Treffen zwischen den Nachbarn fördert, um den Zusammenhalt in dem Viertel zu stärken. Es richtet sich vor allem, aber nicht nur an ältere, einsame, gesundheitlich oder finanziell eingeschränkte Personen.
Geplant für die Fläche ist ein individuelles Programm, das zusammen mit einem Verein Integrative Wohnformen erstellt und durchgeführt wird, kündigt Schilling an. Flexible Möbel und eine Faltwand sollen es möglich machen, die Räumlichkeiten auf verschiedene Weise zu nutzen. Dort sind einmalige Veranstaltungen, wöchentliche Fortbildungen, offene Treffs und wiederkehrende Seminare denkbar. Als Beispiel nennt Schilling Sprachkurse. Wichtig ist es der Genossenschaft, dass alle Angebote entweder kostenfrei oder erschwinglich sein werden. Für die Mitarbeiter der BBG könnten dort Workshops und Besprechungen stattfinden.
Viel Lob von der Stadtspitze und den Fraktionen
Für Kornwestheim soll in dem Haus in der Güterbahnhofstraße ein „zweites Wohnzimmer“ zugänglich sein, wie es Schilling formuliert. Dank einer modernen Küche könnten dort zukünftig auch kleinere Feste und Veranstaltungen durchgeführt werden, die von der Stadt organisiert werden. Zudem stünden alle Termine des wöchentlichen Programms sämtlichen Einwohnern Kornwestheims offen, nicht nur den Mietern der BBG, betont der Geschäftsführer.
Mit Co-Geschäftsführer René Rhein hat Eduard Schilling das Konzept den städtischen Gremien präsentiert. Aus den Fraktionen gab es viel Lob und Zustimmung zu den Plänen. Auch Oberbürgermeister Nico Lauxmann nannte das Wohncafé „ein wichtiges Projekt für die Stadt“.
Eröffnung erst für Dezember geplant
Um das Vorhaben umzusetzen, sind allerdings noch einige formale Schritte und Vorbereitungen zu treffen. Beispielsweise muss die Umnutzung der Immobilie beantragt und genehmigt werden. Die Geschäftsführer planen daher mit einer Eröffnung erst im Dezember dieses Jahres.