Pendler im Kreis Ludwigsburg
: Gewerkschaft fordert Mobilitätsgeld: „Fahrten reißen Löcher in die Haushaltskassen"

Rund 193.000 Beschäftigte pendeln jeden Tag in den oder aus dem Kreis Ludwigsburg. Viele von ihnen leiden unter den hohen Kosten für Sprit und Tickets im Fernverkehr.
Von
Julia Amrhein
Kreis Ludwigsburg
Jetzt in der App anhören
Geht ganz schön ins Geld: Tanken ist teuer. Die Gewerkschaft NGG Stuttgart will sich deshalb in den Betrieben im Kreis Ludwigsburg und bei Tarifverhandlungen für einen „Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler“ stark machen.

Solange das Mobilitätsgeld noch auf sich warten lasse und die Spritpreise nicht wieder deutlich fallen, müsse laut NGG Stuttgart ein Wegegeld-Zuschuss Thema in den Betrieben sein (Symbolbild).

NGG/Tobias Seifert
  • NGG fordert Mobilitätsgeld: 17 Cent je Kilometer für alle Pendler, direkt vom Staat.
  • Im Kreis Ludwigsburg pendeln täglich rund 193.000 Beschäftigte in oder aus dem Kreis.
  • Hohe Sprit- und Bahnticketpreise belasten vor allem Geringverdiener und Mindestlöhner.
  • NGG drängt Betriebe zu Zuschüssen – etwa Wegegeld, Deutschland-Ticket oder Gratis-Strom.
  • Kritik am Fernverkehr: Ohne Rabatte werden Fahrten teuer, Bahnfahren wirkt wie „Mobilitätsluxus“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele fahren rein, viele aber auch raus: 83.230 Beschäftigte kommen in den Landkreis Ludwigsburg, um hier zu arbeiten. Und umgekehrt wohnen 109.820 Menschen im Landkreis Ludwigsburg, haben ihren Job aber woanders. Das geht aus der aktuellen Pendlerstatistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Diese Zahlen greift nun die Gewerkschaft Nahrung‑Genuss‑Gaststätten (NGG) auf. Für sie sind längere Arbeitswege ein „Co-Faktor beim Job, der Zeit, oft Nerven und vor allem auch Geld kostet“.

Betriebe in die Pflicht nehmen

„Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte im Kreis Ludwigsburg“, warnt die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung: „Dabei reißen gerade auch die Fahrten zum Arbeitsplatz Löcher in die Haushaltskassen. Geringverdiener trifft das besonders hart. Erst recht, wenn sie nur den Mindestlohn verdienen.“ Magdalena Gutmann, die Geschäftsführerin der NGG Stuttgart, spricht sich deshalb für ein „Mobilitätsgeld“ aus: 17 Cent je Kilometer sollen jedem Pendler sofort und unabhängig vom Einkommen vom Staat ausgezahlt oder beim Lohnsteuerabzug verrechnet werden.

Solange das Mobilitätsgeld noch auf sich warten lasse und die Spritpreise nicht wieder deutlich fallen, müsse ein Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler Thema in den Betrieben sein. „Viele fahren eine Dreiviertelstunde, manche sogar eine Stunde oder länger“, so Magdalena Gutmann. Sie kündigt an, auch die Betriebe im Kreis Ludwigsburg bei Fahrtkosten stärker in die Pflicht nehmen zu wollen: „Das fängt bei den 63 Euro pro Monat fürs Deutschland-Ticket an. Und das geht über ein konkretes Wegegeld bis zum günstigen oder freien ‚Stromtanken‘  auf dem Firmengelände.“

Bahnfahren grenze an „Mobilitätsluxus“

Außerdem kritisiert die NGG Stuttgart „die zum Teil saftigen Preise für Bahntickets“: Wer ohne Bahncard oder rechtzeitig ergattertem Super-Sparpreis in den Zug steigen muss, der werde kräftig zur Kasse gebeten. „Vor allem beim Fernverkehr haut das richtig rein“, so Magdalena Gutmann. Für untere und selbst mittlere Einkommen grenze das Bahnfahren mittlerweile an „Mobilitätsluxus“: „Wer nur den gesetzlichen Mindestlohn verdient, dem kann es passieren, dass er im Fernverkehr der Deutschen Bahn für eine Stunde Zugfahrt vier Stunden arbeiten muss. Oder sogar mehr.“