Alte Postkarten
: Seltene Aufnahmen: So sah Ludwigsburg vor über 100 Jahren aus

Wie sah früher der Marktplatz aus? Und wo fuhren die Oberleitungs-Bahnen entlang? Postkarten aus dem Kaiserreich ermöglichen eine Reise in die Vergangenheit.
Von
Anna-Sophie Kächele
Ludwigsburg
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  • Der Blick von der oberen Markstraße auf die evangelische Stadtkirche und den Marktplatz. Heute würde man im Hintergrund den Marstall erkennen. Damit sich Ludwigsburg im Sommer nicht weiter aufheizt, plant die Stadt wieder, Bäume auf dem Marktplatz zu pflanzen.

    Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert
  • Links der alte Bahnhof, geradeaus das ehemalige Postgebäude, in dem heute unter anderem die Backfactory Backwaren verkauft. 1987 wurde das ehemalige Bahnhofsgebäude abgerissen.

    Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert
  • Die Ludwigsburger Wilhelmstraße: Rechts der Arsenalplatz links die Kaserne, an deren Platz heute die Wilhelm-Galerie steht. Zwischen 1910 und 1926 fuhren in der Stadt die Oberleitungsbusse der sogenannten Ludwigsburger Oberleitungs-Bahnen. „Die Stadtbahn-Diskussion ist nicht ganz neu, solche Postkarten sind heute wieder hilfreich“, sagt der Leiter des Stadtarchivs Simon Karzel.

    Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert/
  • Die Ludwigsburger Juden waren im 19. Jahrhundert vornehmlich im Handel und Gewerbe vertreten, aber auch an der zunehmenden Industrialisierung beteiligt. Sie waren in der Stadtgesellschaft voll integriert. Die Nationalsozialisten in Ludwigsburg hatten von der Reichspogromnacht nichts mitbekommen und so wurde die Synagoge eine Nacht später, am 10. November 1938, von SA-Angehörigen gestürmt und angezündet. Umliegende Gebäude wurden von der Feuerwehr geschützt. Heute erinnern auf dem Synagogenplatz 24 Koffer mit Namen an die deportierten und ermordeten Ludwigsburger Juden.

    Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert /
  • Auf der Karlshöhe wurde kurz nach 1900 der 43,5 Meter hohe Salonturm, ein Aussichtsturm in Stahlfachwerkbauweise, erbaut. Seinerzeit war er einer der höchsten Aussichtstürme Baden-Württembergs. Mitte des 20. Jahrhunderts musste er für die Bundesstraße 27 weichen.

    Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert/
  • Der Arzt August Hermann Werner zog 1834 nach Ludwigsburg. In den kommenden Jahren baute er seine Praxis zu einem Kinderspital um, das innerhalb von zwanzig Jahren mehr als 10.000 Kinder versorgte. Werner versorgte die Kinder nicht nur medizinisch, er kümmerte sich auch um deren Ausbildung. Eine seiner bekanntesten Patientinnen: Margarete Steiff, die Gründerin der gleichnamigen Spielwarenfabrik Steiff.

    Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert/
  • Heute teils Lost Place früher Villa: 1887 zog Prinz Wilhelm von Württemberg in das Marienwahl. Mit seiner Frau lebte er bis zu seiner Krönung darin. Heute ist nur noch die Ruine des Pferdestalls öffentlich zugänglich – sie gehört der Stadt Ludwigsburg. Seit 2007 nutzt eine IT-Firma das Haupthaus als Bürogebäude.

    Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert/
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Wie sah Ludwigsburg eigentlich früher aus? Genauer, vor über 100 Jahren während des Kaiserreichs? Armin Weckert hat jahrzehntelang akribisch Ansichtskarten gesammelt und sie jetzt dem Stadtarchiv Ludwigsburg überlassen. Sie ermöglichen „Blicke auf die Stadt, die uns sonst nicht offenstehen“, sagt der Leiter des Stadtarchivs Simon Karzel.

Fin Mundel, der im Archiv sein Freiwilliges Kulturelles Jahr absolviert hat, hat die 1800 Karten in den vergangenen Monaten sortiert, verpackt und digitalisiert. „Das ist ein Riesenschatz für unser Archiv und die Öffentlichkeit“, sagt Karzel. 40 bis 60 Karten sollen vom 11. November an im Foyer des Stadtarchivs ausgestellt werden.

Das ehemalige Postgebäude gegenüber vom Bahnhof steht noch – heute werden darin belegte Brötchen und süße Stückchen verkauft.

Foto: Stadtarchiv Ludwigsburg/Sammlung Armin Weckert

Spannend dabei: Nicht jede Postkarte aus der Sammlung darf gezeigt werden, weil nicht immer die Verwertungsrechte geklärt werden können. Die liegen bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Fotografen bei seinen Erben oder dem Verlag und sind urheberrechtlich geschützt.

Das Stadtarchiv hat unserer Zeitung eine Auswahl digital zur Verfügung gestellt.

Infos zum Stadtarchiv Ludwigsburg

  • Das Stadtarchiv ist bis einschließlich Freitag, 30. August 2024, geschlossen.
  • Von Montag, den 02. September 2024 an ist wieder geöffnet.
  • Noch bis zum 30. September ist die Ausstellung „Talkaserne und Jägerhaus – archäologische Einblicke in die Gründungszeit des barocken Ludwigsburg. Grabungsfunde vom ehemaligen Standort der Talkaserne aus dem Jahr 2020“ zu sehen.
  • Im Anschluss werden dann die historischen Postkarten im Foyer zu sehen sein.
  • StZ Kreis Ludwigsburg
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