Radverkehr in Ludwigsburg
: ADFC will Fahrradbügel statt Parkplätzen am Arsenalplatz

Nach der Umgestaltung gibt es am Ludwigsburger Arsenalplatz nur noch Parkplätze für Behinderte und E-Scooter. Dem örtlichen ADFC ist das immer noch zu viel – der Grund ist simpel.
Von
Maximilian Kroh
Ludwigsburg
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Am Arsenalplatz sind zwei neue Behindertenparkplätze eingerichtet worden – aber werden sie auch richtig genutzt?

Simon Granville

Es ist eines der großen städteplanerischen Themen des Jahres in Ludwigsburg: die Umgestaltung des Arsenalplatzes. Statt Parkplätzen gibt es dort seit Juni ein Café, Bäume und Sitzbänke. Im August tauchten an der Wilhelmstraße dann plötzlich doch wieder Stellplätze für Autos auf – wenn auch nur Behindertenparkplätze. Der ADFC Ludwigsburg fordert nun, sie wieder zu entfernen und dort stattdessen Radbügel aufzustellen.

Die Argumentation des ADFC geht im Wesentlichen so: Zwar sei die Einrichtung der Behindertenparkplätze an der Wilhelmstraße „gut begründet“ gewesen, sagt Vorstandsmitglied Bärbel Wasser. „Aber uns ist sehr schnell aufgefallen, dass die Stellplätze jetzt fehlgenutzt werden.“ Soll heißen, dass dort aus Sicht des ADFC nicht etwa wie vorgesehen Gehbehinderte parken, sondern normale Stadtbesucher, die dort hielten, um auf die Schnelle Dinge in der Stadt zu erledigen.

Stellplätze sind mit Gemeinderat abgesprochen

Bestätigen will die Stadt Ludwigsburg diesen Eindruck nicht. Auf Anfrage heißt es dazu lediglich, der Fachbereich Sicherheit und Ordnung habe in der Wilhelmstraße „von Anfang an Präsenz gezeigt, um einen Missbrauch dieser Behindertenparkplätze zu vermeiden“ und werde das auch weiterhin tun. Die Stellplätze am Arsenalplatz seien bei der Planung der Umgestaltung „sowohl in ihrer Lage als auch in ihrer Ausgestaltung“ detailliert mit dem damaligen Gemeinderat abgestimmt worden.

Im Baubeschluss vom Dezember 2022 war vorgesehen, dass am neuen Arsenalplatz nach der Umgestaltung noch bis zu 24 Sonderstellplätze zur Verfügung gestellt werden können. Dazu gehören neben Behindertenparkplätzen, Stellplätzen mit E-Ladesäulen sowie Car-Sharing-Plätzen auch die fünf Taxi-Stellplätze an der Arsenalstraße. Außerdem heißt es im Beschluss: „Bei Bedarf können drei weitere Sonderstellplätze vor allem für Car-Sharing in der Wilhelmstraße eingerichtet werden“ – daraus sind nun offenbar zwei Behindertenparkplätze und ein Parkbereich für E-Scooter geworden.

„Nach unserem Verständnis sind diese Parkplätze ein politischer Kompromiss und keine zwingende Notwendigkeit“, sagt ADFC-Vorstand Bärbel Wasser. „Und wir sehen jetzt, dass es nicht funktioniert.“ Selbst in der Parkzone für E-Scooter parken immer wieder Autos. Außerdem weist der ADFC darauf hin, dass es in der direkten Umgebung genügend Behindertenparkplätze gebe, etwa in der Myliusstraße. Auch in der südöstlichen Ecke des Arsenalplatzes direkt beim Staatsarchiv sind vier solche Stellplätze verfügbar.

Wo eigentlich nur Scooter stehen sollten, parkt am Montagmittag ein Auto.

Foto: Simon Granville

Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gebe es am Arsenalplatz nach der Umgestaltung zu wenige. „Dabei wäre dort doch der perfekte Platz, gerade weil man so schnell in der Innenstadt ist“, sagt Bärbel Wasser. Nach Auskunft der Stadt gibt es an der Wilhelmstraße sechs Fahrradbügel, das seien zwei mehr als vor der Umgestaltung. Auf dem Arsenalplatz kommen 15 weitere Bügel hinzu. Die Beschlussplanung von 2022 hatte noch 28 Fahrradbügel für maximal 56 Fahrräder vorgesehen.

Trotz des Vorstoßes des ADFC wird sich an der Situation wohl so schnell nichts ändern. Die Stadt teilt mit, hier an den Beschluss des Gemeinderats gebunden zu sein. Ein wenig Hoffnung macht die Verwaltung aber: „Wir haben vor, diese Frage zu evaluieren und das Ergebnis wiederum mit dem Gemeinderat zu besprechen sowie gegebenenfalls nachzujustieren.“

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