Raub in Ludwigsburg
: Hohe Haftstrafe und Unterbringung für 25-Jährige

Das Landgericht Stuttgart verurteilt eine drogenabhängige junge Frau, die in Ludwigsburg einen schweren Raub begangen hat.
Von
Henning Maak
Ludwigsburg

In der Wilhelmgalerie setzte die Frau Pfefferspray ein.

Werner Kuhnle)

Eine bereits mehrfach vorbestrafte junge Frau muss wegen räuberischen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Stuttgart ordnete in seinem Urteil zudem die Unterbringung der Angeklagten in einer Entziehungsanstalt an, in der sie einen Großteil der Zeit verbringen wird.

Mit dem Urteil blieb die 8. Große Strafkammer deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten für die 25-Jährige gefordert hatte. Der Verteidiger der jungen Frau hatte die Höhe der Strafe ins Ermessen des Gerichts gestellt, aber ebenso wie die Staatsanwaltschaft eine stationäre Therapie für die 25-Jährige gefordert.

Massiver Drogenkonsum

Eine solche sahen alle Prozessbeteiligten für notwendig, da das Leben der jungen Frau von massivem Drogenkonsum gekennzeichnet war. Zu Drogen griff sie erstmals im Alter von 15 Jahren – nachdem eine Freundin von ihr ermordet wurde, wie sie den Richtern erzählt hatte.

Sie konsumierte in der Folge auch Heroin und nahm Liquid Ecstasy. Die junge Frau, die eine nicht einfache Kindheit unter ihrem Stiefvater hatte, tat sich auch während ihrer Schulzeit schwer und besuchte sieben verschiedene Schulen. Da sie gemobbt wurde, schwänzte sie den Unterricht immer wieder. Den Hauptschulabschluss schaffte sie aber am Ende.

Die nachfolgende Realschule brach sie dann aber ebenso ab wie eine Ausbildung zur Kosmetikerin. Bei einer Ausbildung zur Krankenschwester wurde ihr gekündigt, weil sie sich nicht von ihren langen Fingernägeln trennen wollte. Im August 2023 wurde sie Mutter eines Sohnes, den sie überwiegend allein aufzog, da der Kindsvater Drogen nahm und im Gefängnis saß.

Als das Jugendamt auf ihre familiäre Situation aufmerksam wurde, floh sie in einer kurzen Besprechungspause von dort durch ein Fenster, da sie ihren Sohn nicht in einem Kinderheim sehen wollte. Mehrere Monate war sie anschließend auf der Flucht, auf der sie von ihrer Mutter finanziell unterstützt wurde und zahlreiche Diebstähle beging.

Das Kind wurde ihr weggenommen

Eine neue Phase ihres Drogenkonsums begann, als ihr das Jugendamt das Kind dann doch wegnahm. Sie spritze Heroin und stieg später auf Kokain um, da sie nur noch traurig gewesen sei, wie sie den Richtern erzählt hatte. Zwei Entgiftungen hat sie schon hinter sich, eine Therapie in Rottenburg hat sie abgebrochen. Nun gaben ihr die Richter der 8. Großen Strafkammer die Möglichkeit zu einer neuen stationären Therapie.

Als erwiesen sah es das Gericht an, dass die 25-Jährige im Juli dieses Jahres in einem Drogerie-Markt im Wilhelmsbau in Ludwigsburg vier Flaschen hochwertigen Parfüms im Gesamtwert von 580 Euro in eine Papiertüte gesteckt hat, die sie zuvor mit Alu präpariert hatte, damit kein Alarm ausgelöst wird. Als der Alarm dennoch ansprang und ein Ladendetektiv sie ansprach, sprühte sie diesem Pfefferspray in die Augen und versuchte zu fliehen. Dem Detektiv gelang es dennoch, sie am Handgelenk zu packen.

Im März dieses Jahres versuchte die junge Frau, in einem Discounter in Stuttgart Lebensmittel im Wert von drei Euro in einer Tasche an der Kasse vorbei zu schmuggeln. Als eine Verkäuferin sie darauf ansprach, gab sie diese heraus. Als sich ihr dann aber der Filialleiter in den Weg stellte, schlug, trat und biss sie ihn.

StZ Kreis Ludwigsburg
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Ludwigsburg und dem Kreis im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.