Regierungspräsidium eingeschaltet: Nach Beschwerde – Stadt Ludwigsburg muss Schild an Sternkreuzung austauschen

Die Stadt hat das Schild mittlerweile ausgetauscht – das Zeichen davor deutete auf eine Gefahrenstelle hin.
Simon GranvilleIm September 2026 sollen die ersten Autos über die fertig, dauerhaft umgebaute Sternkreuzung fahren – 2,5 Jahre nachdem das Provisorium eingerichtet wurde. Während die Verfüllungen der Fußgängerunterführung Schorndorfer Straße kurz bevorstehen, beschäftigte die Sternkreuzung in ihrer jetzigen Form jedoch noch einmal die Stadt und das Regierungspräsidium.
Während das Land der Stadt Ludwigsburg für den geplanten Kreisverkehr mit Radring den Landespreis 2025 für Radinfrastruktur verliehen hat, kann ein Bürger die Sternkreuzung nur als „abenteuerlich“ bezeichnen. Er stellt eine Fach- und eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Der Vorwurf: Biegen Autofahrer in die Schorndorfer Straße ein, war nicht eindeutig ausgeschildert, dass Fahrradfahrer dort Vorfahrt haben.
„Keine Verkehrsteilnehmer gefährdet“
Der Radfurt liege für die Lösung der Stadt zu weit vom Kreisverkehr entfernt – nämlich neun statt den maximal fünf Metern. „Das Schild ist lediglich ein Hinweis auf eine allgemeine Gefahrenquelle – es regelt nicht den Vorrang“, sagt der Bürger. Er stellt die Frage, ob es deshalb in der Vergangenheit zu Unfällen kam. „Es geht die ganze Zeit nur noch um Zentimeter und viel Glück. Mit anderen Worten: Es geht nicht darum, ob ein Radfahrer demnächst unter dem Auto liegt, sondern nur noch darum: Wann?“, sagt er.
Nachfrage bei der Stadt: Wie reagiert sie auf den Vorwurf? Eine Pressesprecherin erklärt, dass der jetzige Kreisel in Lage und Dimension nicht dem baulichen Endzustand des Kreisverkehrsplatzes „Stern“ entspreche. „Im aktuellen Provisorium auf der vorhandenen Verkehrsfläche konnte die Radfurt über die Schorndorfer Straße aus topografischen und baulichen Gründen nicht näher an die Kreisfahrbahn herangerückt werden.“

Von der Unterführung soll nur eine kleine Treppe übrig bleiben, die zur Beleuchtungstechnik führt.
Foto: Simon GranvilleMittlerweile habe man auf Anregung des Regierungspräsidiums das Schild „Gefahrenstelle“ an der Radfurt gegen das Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ ausgetauscht. „Der Vorwurf, die Verkehrsteilnehmenden gefährdet zu haben, ist haltlos und war zu keinem Zeitpunkt gegeben“, betont die Sprecherin. In der Gesamtabwägung mit dem involvierten Polizeipräsidium habe man das Schild angeordnet, das auf die Gefahrenstelle hinweist und anzeigt, dass Radverkehr von links und rechts kreuzt. Beim Neubau des Kreisverkehrsplatzes würden die geltenden Richtlinien und Vorgaben eingehalten. Alle Radfurten befinden sich zukünftig in einem Abstand von circa vier bis fünf Metern von der Kreisfahrbahn.

Das vorherige Schild wies auf eine Gefahrenstelle hin, jetzt ist eindeutig geregelt, dass Fahrradfahrer Vorfahrt haben.
Foto: privatMit dem Schilderwechsel hat sich die Fachaufsichtsbeschwerde erledigt – die Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Sebastian Mannl wird noch geprüft. Der sieht das gelassen. „Diese Rechtsmöglichkeit haben die Bürger. Wenn da was schiefgelaufen ist, wird das dienstrechtliche Konsequenzen haben.“
Im Januar beginnen die Bauarbeiten
Mitte November sollen die Verfüllungen der Unterführungen abgeschlossen sein. Dafür werde Flüssigerde – also Bodenmaterial – genutzt statt Beton. Dadurch sei es gegebenenfalls leichter zurückzubauen, so Mannl. Von der Unterführung bleibt anschließend nur eine kleine Treppe mit Luke an der Oberfläche zurück, die zu einem Trafo und der Beleuchtungstechnik führt.
Mitte November, noch vor dem Start des Weihnachtsmarkts am 25. November, soll in zwei Nächten die Schlange mit Stange abgebaut und eingelagert werden. Dafür werden die drei Stunden nachts genutzt, in denen keine Busse fahren. „Sie werden davon nichts mitbekommen. Sie werden aufwachen und die Schlange fehlt“, sagt Mannl. Bevor die beauftragte Baufirma im Januar dann schrittweise mit den Bauarbeiten beginnt, wird die Sternkreuzung mit bestehendem Dekomaterial geschmückt. Während der Arbeiten soll der Verkehr weiter über Teile des Kreisverkehrs geleitet werden. Die genaue Verkehrsführung wird die Stadt noch bekannt geben.
Sternkreuzung
Kosten
Die städtischen Kosten für den Bau des Kreisverkehrs inklusive der Verfüllung der Unterführung belaufen sich auf 1,98 Millionen Euro. Durch Förderungen verbleibt bei der Stadtverwaltung ein Eigenanteil in Höhe von 200.000 Euro.
Durchmesser
Die Stadt legte den Außendurchmesser des Kreisels auf 32 Meter fest. Der Innenring wird baulich erhöht.