Rettungseinsatz in Ludwigsburg: CO-Melder verhindert Katastrophe in Mehrfamilienhaus

Kohlenstoffmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Ein CO-Melder kann – ähnlich wie ein Rauchmelder – Leben retten (Symbolbild).
Feuerwehr LudwigsburgGlück im Unglück hatten in der Nacht auf Mittwoch die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Ludwigsburg. Eigentlich war die Besatzung eines Rettungswagens lediglich wegen eines Patienten vor Ort – letzten Endes sollten sie sich aber als die Retter mehrerer Leben erweisen.
CO-Melder am Rucksack löst aus
Wie die Feuerwehr Ludwigsburg mitteilt, hatte nämlich der mitgeführte Kohlenstoffmonoxid-Melder am Rettungsrucksack der Einsatzkräfte ausgelöst, kurz nachdem diese gegen 0.15 Uhr das Gebäude in der Frankfurter Straße betreten hatten. Die Feuerwehr rückte daraufhin ebenfalls aus, warnte und begleitete eine 25-Jährige, einen 46-Jährigen sowie drei Kinder im Alter zwischen 3 und 9 Jahren ins Freie. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht.
Kohlenstoffmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Es verdrängt den Sauerstoff im Blut und in der Muskulatur. Dadurch kann die lebensnotwendige Sauerstoffversorgung von Organen, insbesondere des Gehirns, blockiert werden, was innerhalb kürzester Zeit zum Tod führen kann. Wäre im vorliegenden Fall nicht aufgrund einer erkrankten Person der Rettungsdienst verständigt worden, wäre die lebensbedrohliche Situation laut Feuerwehr vermutlich unentdeckt geblieben.
Die Feuerwehr führte nun unter Atemschutz umfangreiche Messungen durch, bei denen teils lebensgefährlich hohe Kohlenstoffmonoxid-Werte festgestellt wurden. Unterstützt wurden sie dabei durch den Fachberater Chemie sowie den Gerätewagen Messtechnik. Nach einer intensiven Belüftung sowie der Überprüfung der Gastherme konnten die Werte gesenkt werden.
Wie die Polizei später mitteilte, war die erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration mutmaßlich durch einen baulichen Mangel eines Kamins in einer Wohnung entstanden. Die Ermittlungen laufen derzeit noch.