Risikogebiet: Zecken-Saison startet – Immer mehr Borreliose-Fälle im Kreis Ludwigsburg

Die Spinnentiere können dem Menschen gefährlich werden.
Imago/ChromorangeDie Zecken-Saison beginnt: Bei über acht Grad Celsius werden die Blutsauger aktiv. Auch in der Region können sie Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Eine Borreliose ist eine oft folgenschwere Infektionskrankheit. Auslöser sind Bakterien, die sich im Körper ausbreiten und Organe und Systeme stark schädigen können – insbesondere Haut, Nervensystem, Gelenke und Herz.
Im Kreis Ludwigsburg waren 2024 laut einer AOK-Mitteilung 768 ihrer Versicherten offiziell an Borreliose erkrankt. Das entspricht einem Anteil von 0,39 Prozent. Von 2020 bis 2024 stiegen die Erkrankungszahlen im Kreis jährlich im Schnitt um 2,34 Prozent – während sie in Baden-Württemberg um 1,04 Prozent zurückgingen. Im Kreis Ludwigsburg waren mit 58 Prozent überwiegend Frauen betroffen. Einen auffällig starken Anstieg gab es bei den Männern: Von 2020 bis 2024 erhöhten sich die Erkrankungszahlen von Jahr zu Jahr um durchschnittlich 5,37 Prozent, bei den Frauen nur um 0,76 Prozent.
Zecke keinesfalls zerquetschen
Um das Borreliose-Risiko zu verringern, sollte eine saugende Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. „Sie darf keinesfalls gequetscht werden, da sonst die Erreger aus der Zecke in den Körper gepresst werden können“, erklärt Klaus Hage, Gesundheitsexperte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr.
Es sei wichtig, die Einstichstelle einige Zeit zu beobachten. Eine ringförmige Hautrötung – beginnend nach frühestens drei Tagen – kann auf eine Borreliose hinweisen. Manchmal tritt sie auch an anderen Körperstellen auf. „Bei Verdacht auf eine Borreliose sollte man die Hausarztpraxis aufsuchen. Dies gilt vor allem, wenn innerhalb von sechs Wochen grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Gelenkschmerzen auftreten“, sagt der AOK-Experte.
Landkreis ist Risikogebiet
FSME ist eine grippeähnliche Virusinfektion, die zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung führen kann. Die Viren befinden sich im Speichel der infizierten Zecken. 2024 verzeichnete das Robert Koch-Institut in Baden-Württemberg 258 FSME-Fälle, 2023 waren es noch 149. Wie fast ganz Süddeutschland gilt der Kreis Ludwigsburg als Risikogebiet. Die Ständige Impfkommission empfiehlt: Wer viel in der Natur unterwegs ist, sollte sich gegen FSME impfen lassen.
Geht man durch Gebüsch, Gras oder Unterholz streift man Zecken ab. Empfohlen werden daher geschlossene Schuhe und Kleidung. „Zecken suchen manchmal über Stunden eine Körperstelle mit weicher Haut. Deshalb findet man sie oftmals am Haaransatz, in Hautfalten oder hinter den Ohren“, so Hage.
