Sachsenheim: Krise im Automobilbereich wirkt sich auch auf den Zweckverband Eichwald aus

Das Gewerbegebiet Eichwald aus der Luft. Eine Erweiterung ist weiterhin Thema.
Martin Kalb- Zweckverband Eichwald gilt als Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit seit 1994.
- Zehn Firmen sind angesiedelt, etwa die Hälfte der 172 Hektar ist belegt.
- Erweiterung bleibt Thema – Porsche und Breuninger halten Optionsverträge auf Flächen.
- 2025 brachen Erträge stark ein wegen Lage in der Auto- und Zulieferbranche.
- Planzahlen für 2026: Ausschüttungen von 4,3 Mio. Euro könnten erreicht oder übertroffen werden.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Als ein Paradebeispiel interkommunaler Zusammenarbeit in der Region gilt der Zweckverband Eichwald, der 1994 von den drei Markungskommunen Sachsenheim, Sersheim und Oberriexingen gegründet wurde. „Der Erwerb der Flächen und die Entwicklung eines solchen Gewerbegebiets wäre für eine Gemeinde kaum möglich gewesen“, sagt der derzeitige Vorsitzende des Zweckverbands, Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich. Zehn Jahre später, 2004 trat auch noch die Stadt Bietigheim-Bissingen bei und machte aus dem Trio ein Quartett.
Aktuell sind im Zweckverband Eichwald zehn Firmen angesiedelt. Der Zweckverband arbeite daran, weitere Flächen ausweisen und erschließen zu können. Als eine der wichtigeren Maßnahmen im Jahr 2025 sei die Sanierung der Umgehungsstraße und die Errichtung zweier neuer Bushaltestellen zu nennen.
Option für Porsche und Breuninger
Die Unternehmen Porsche und Breuninger haben im Eichwald Optionsverträge auf Erweiterungsflächen, über die es im Gemeinderat von Bietigheim-Bissingen vor einem Jahr zu einer kontroversen Diskussion gekommen war. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Reusch-Frey hatte sich dagegen ausgesprochen, Porsche und Breuninger eine Verlängerung zu gewähren, und stattdessen die Idee ins Spiel gebracht, Porsche und Breuninger ein Vorkaufsrecht für die Erweiterungsflächen einzuräumen. Der Vorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt.
Die Bietigheim-Bissinger GAL-Fraktion spricht sich ebenfalls gegen eine Verlängerung der Optionsverträge aus: Für sie ist das Thema Erweiterung aus Gründen des Umweltschutzes ein rotes Tuch. Umweltschützer haben in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass eine Vergrößerung der Gewerbefläche über die bisherigen Eingriffe hinaus Lebensräume zerschneide und den Artenschwund beschleunige. Insbesondere im angrenzenden Naturdenkmal „Ehemalige Landebahn“ gibt es Brutreviere von geschützten und seltenen Vogelarten.
Erträge sind gesunken
Ein Hauptvorteil für die Verbandskommunen ist finanzieller Art. Der Zweckverband nimmt die Steuern, die auf seinem Gebiet anfallen, ein. Alles, was nach Abzug der Kosten übrig bleibt, wird am Jahresende an die beteiligten Kommunen ausgeschüttet. Sachsenheim erhält mit 48,8 Prozent der Erlöse den größten Anteil, gefolgt von Bietigheim-Bissingen (25 Prozent), Sersheim (13,5 Prozent) und Oberriexingen (12,8 Prozent). So konnten im Jahr 2024 satte 11,8 Millionen Euro an die Kommunen ausgeschüttet werden.
Im Jahr 2025 sind die Steuereinnahmen jedoch stark hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Hintergrund ist die aktuelle Wirtschaftslage, vornehmlich die Situation in der Automobilbranche“, begründet Holger Albrich. Die vier Kommunen mussten sich mit nur knapp 200.000 Euro als Gesamterlös begnügen. Dieses Jahr sieht es hingegen wieder besser aus. Für 2026 waren im Plan Steuerausschüttungen von 4,3 Millionen Euro an die vier Kommunen vorgesehen und aktuell stellt sich die Situation laut Albrich so dar, dass die Planzahlen 2026 wohl erreicht oder sogar leicht übertroffen werden können.