20 Jahre Schlösslesliebe
: Ein Dorf feiert sein kleines Wahrzeichen

Einst ein vergängliches Geschenk des Herzogs, heute Schmuckstück, Treffpunkt und Trauort: Seit 20 Jahren kümmern sich engagierte Höpfigheimer um ihr kleines Schloss – und einiges mehr.
Von
Sandra Lesacher
Ludwigsburg
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Das Schlössle in Höpfigheim ist einen Ausflug wert.

Sandra Lesacher

Was für ein hübsches Präsent: 1708 schenkte Herzog Eberhard Ludwig seiner Mätresse Wilhelmine von Grävenitz das Höpfigheimer Schlössle im Landkreis Ludwigsburg. Ihre Freude über das pittoreske Bauwerk, das einst ein Wasserschloss war, scheint allerdings überschaubar gewesen zu sein. Sie behielt es nur wenige Monate.

Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass da andere schon mehr Herzblut in dieses Kleinod mitten im Kreis Ludwigsburg stecken. Seit genau 20 Jahren gibt es nämlich einen Verein im Ort, „zur Erhaltung des Höpfigheimer Schlössles und zur Pflege der Ortsgeschichte“.

Mehr als nur Schlössle

Hier kann auch geheiratet werden.

Foto: Sandra Lesacher

Dieser etwas sperrige Name wird gerne mit „Schlösslesverein“ abgekürzt, das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die Mitglieder kümmern sich noch um einiges andere, dazu aber später mehr.

Das Höpfigheimer Schlössle jedenfalls, 1344 erstmals urkundlich erwähnt, hatte im Laufe der Jahre viele adelige Schloss- und Ortsherren. 1820 wurde es von der Gemeinde Höpfigheim erworben und diente als Schulgebäude und Rathaus. Seit der Eingemeindung des Stadtteils Höpfigheim gehört es der Stadt Steinheim. Aktuell sind Teile der Räume vermietet, im Untergeschoss ist ein Vereinsraum, der auch für Hochzeiten gern genutzt wird.

Vor 20 Jahren, als sich der Schlösslesverein gründete, stand es nicht gut ums Schlössle. Eine Außenrenovierung Anfang der 1980er Jahre hatte wegen nicht geeigneten verwendeten Farben zu erheblichen Schäden geführt: Die Fachwerkbalken faulten vor sich hin, die Fassade musste sogar abgestützt werden. „Die erneute Renovierung damals war höchste Eisenbahn“, sagt Hans Hübner heute.

Er ist seit Sommer der Vize des Schlösslesvereins, Albrecht Leize der erste Vorsitzende. Gemeinsam blicken sie nun zurück auf 20 Jahre Vereinsgeschichte. Dabei sind ihnen zwei Dinge wichtig: Die Ortsgeschichte erhalten und deshalb den Verein bekannter zu machen.

Letzteres soll gelingen, indem zum Beispiel über die Internetseite https://hoepfigheimer-geschichte.de und einen neuen Flyer samt QR-Code mehr Besucher ins kleine Höpfigheim gelockt werden. „Hierher lohnt sich ein Ausflug auch von Ludwigsburg aus“, sagt Hübner selbstbewusst.

Feier zum 20. Geburtstag

Und das nicht ohne Grund. Denn das Schlössle ist sicherlich ein lohnendes Ziel für Ausflügler. Aber längst nicht die einzige Destination in beziehungsweise um Höpfigheim. Der Schlössleverein hat sich nämlich längst auch weiteren Kleindenkmälern im Ort zugewandt. Die Wengert-Schutzhütte etwa wurde saniert, als nächstes ist das obere Backhaus an der Reihe.

Dafür werden jetzt Spenden gesammelt – unter anderem bei der Geburtstagsparty des Vereins zum 20-Jährigen. Gefeiert wird am Sonntag, 26. Oktober, von 13 bis 17 Uhr im Bürgersaal des Schlössles. Neben Kaffee und Geburtstagskuchen gibt es die Ausstellung zum Thema „Schule in Höpfigheim“ aus der Bildersammlung von Adolf Thumm im alten Bürgersaal sowie oberhalb des Torturms zu sehen.

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