Sicherheit in Ludwigsburg
: „Zustände unerträglich“ – Stadt und Pflugfelder reagieren auf Solitudeplatz

Drogendeals, Pöbeleien, Vandalismus: Immer lauter werden Sicherheitsbedenken geäußert, zuletzt durch Jürgen Pflugfelder. Die Stadt reagiert nun mit erhöhter Polizeipräsenz.
Von
Julian Meier
Ludwigsburg
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Drogendeals auf offener Straße gehören am Solitudeplatz laut den Anwohnern zur Tagesordnung. Die Stadt reagiert jetzt auf die Bedenken.

imago/Daniel Scharinger

Der „Problemplatz“ Ludwigsburgs, unter dieser Bezeichnung ist der Solitudeplatz in den vergangenen Monaten bekannt geworden. Besonders die FDP macht schon länger auf die Sicherheitsproblematik aufmerksam. Die Entscheidung der Stadtverwaltung, dort nun einen „Garten der Religionen“ anzulegen, hat die Debatte über den Platz neu entfacht.

Nachdem sich bereits die FDP-Fraktion kritisch zu dem Vorhaben geäußert hatte, legte der Immobilienunternehmer Jürgen Pflugfelder mit einem Schreiben an Oberbürgermeister Matthias Knecht nach. Der wiederum reagiert nun mit einem Statement: Die Stadt will Sofortmaßnahmen ergreifen, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen.

Pflugfelder befürchtet „sehr schlechte Außendarstellung“ für Ludwigsburg

„Die Zustände sind unerträglich, und wir haben alle das Gefühl, dass es immer schlimmer wird“, schreibt Pflugfelder in dem Brief. Er berichtet von eingeschlagenen Fensterscheiben, überbordendem Müll und Drogendeals auf offener Straße. Die Arbeitnehmerinnen im medizinischen Zentrum und in den übrigen Bürogebäuden hätten mittlerweile Angst, abends noch den Platz zu überqueren angesichts der „trinkenden, rauchenden, rauschgiftkonsumierenden und pöbelnden Männer“, die sich auf dem Platz aufhielten.

Der Solitudeplatz stellt eine wichtige Verbindung zwischen Bahnhof und Schulviertel dar.

Foto: Julian Meier

„Gegenüber den teilweise mehr als 1000 Patienten pro Tag im medizinischen Zentrum, die aus dem ganzen Kreisgebiet kommen, ist uns dieser Zustand mehr als peinlich und für die Stadt Ludwigsburg eine sehr schlechte Außendarstellung“, meint Pflugfelder. Umso überraschter seien er und weitere Anrainer über die Nachricht gewesen, dass auf dem Platz nun ein Garten der Religionen entstehen soll – auch weil sie zuvor nicht darüber informiert worden seien.

Videoüberwachung wird geprüft

Wie es mit dem Garten der Religionen weitergeht, darüber will die Stadtverwaltung am Donnerstag in der Sitzung des Mobilitäts- und Umweltausschusses informieren. Die Sicherheitslage auf dem Solitudeplatz soll dagegen mit Sofortmaßnahmen verbessert werden: Die Streifengänge von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst sollen intensiviert werden, dazu ist eine kurzfristige Verbesserung der Beleuchtungssituation auf dem Solitudeplatz und dem angrenzenden Synagogenplatz vorgesehen.

Zusätzlich veranlasste Oberbürgermeister Knecht die Prüfung einer Videoüberwachung. Die Hürden dafür lägen sehr hoch, da es strenge datenschutzrechtliche Bestimmungen gebe. Eine erst vor kurzem beschlossene Änderung des Datenschutzgesetzes im Land könnte eine Genehmigung aber erleichtern.

Stadt will soziale Kontrolle in den Blick nehmen

„Wir nehmen berechtigte Sorgen und das Unverständnis der Menschen vor Ort sehr ernst und arbeiten mit Hochdruck an Verbesserungen für den Solitude- und Synagogenplatz“, erklärt Matthias Knecht. „Besonders die Sicherheit der Anlieger, aber auch der ihrer Kunden und Passanten muss dringend gestärkt werden. Eine Videoüberwachung könnte hier helfen.“

Der Oberbürgermeister hat damit die Bitte von Immobilienunternehmer Pflugfelder erhört, der solche Sofortmaßnahmen gefordert hatte. Die Stadt will auch das Thema der sozialen Kontrolle durch eine verstärkte Nutzung des Platzes in den Blick nehmen. Ob der Garten der Religionen da ein Teil der Lösung sein kann?

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