Ludwigsburg: Spätlingsmarkt öffnet – Längere Öffnungszeiten und weitere Neuerungen

72 Stände verteilen sich im Kreishaus Ludwigsburg.
Simon GranvilleHandgemachtes Eis aus Sachsenheim, Backwaren aus Poppenweiler, Käse aus Bergamo oder Schmuck aus Tamm – beim alljährlichen Spätlingsmarkt können die Besucher vom 4. bis 9. November im Kreishaus wieder regionale Produkte direkt vom Erzeuger aus dem Kreis Ludwigsburg und deren Partnerstädte entdecken.
„Als der Markt 1997 ins Leben gerufen wurde, war das Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft noch nicht so verankert, wie es heute der Fall ist“, sagt Jürgen Vogt, Erster Landesbeamter der Stadt Ludwigsburg. Dennoch sei der Grundgedanke schon damals umgesetzt worden. Seit vier Jahren ist der Markt plastikfrei. Es gibt auch kein Wegwerfgeschirr. „Es ist zwar aufwendig“, sagt Organisatorin Anja Loths, „es gehört aber zu unserem nachhaltigen Konzept dazu“.
Acht Aussteller sind zum ersten Mal dabei
Erzeuger aus dem Landkreis Ludwigsburg haben an den sechs Tagen die Möglichkeit, sich zu präsentieren und ihre Produkte zu verkaufen. Auch Vertreter der Partnerlandkreise aus Sachsen, Ungarn, Frankreich, Italien und Israel werden dabei sein und ihre Heimat mit landestypischen Spezialitäten beim Spätlingsmarkt vertreten. Ganz neu gestaltet ist dieses Jahr der Außenbereich. Direkt vor dem Haupteingang laden verschiedene Stände zum Schlemmen und Verweilen ein. Rund 25 der 73 Aussteller sind übrigens seit Beginn dabei.

Auch die Partnerlandkreise sind vertreten.
Foto: Simon GranvilleAbwechslungsreiches Programm
Neben den zahlreichen Ständen bietet der Spätlingsmarkt auch wieder ein attraktives Begleitprogramm an:
Austausch zwischen Erzeuger und Endverbraucher als Chance
„Die Veranstaltung ist für uns Erzeuger auch ein Möglichkeit, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt Michael Kinzinger, Mitglied im Vorstand des Bauernverband Heilbronn-Ludwigsburg. „Der Bezug vom Erzeuger zum Verbraucher geht immer weiter verloren.“ Die Menschen hätten immer weniger Verständnis dafür, wenn Landwirte auch abends oder am Wochenende auf dem Feld arbeiten müssten. Kinzinger sieht im Austausch eine Chance mehr Verständnis zu schaffen und für ein besseres Miteinander zu sorgen. „Die Direktvermarktung ist nur erfolgreich, wenn man mit Herzblut dahintersteht und authentisch ist.“ Auch die Erzeuger untereinander haben die Chance sich auszutauschen. Gerade würde für ein Projekt des Landschaftserhaltungsverein eine Mühle gesucht, die eine kleine Menge Getreide mahlt. Das gestalte sich schwierig. „Vielleicht gelingt es uns beim Spätlingsmarkt einen Müller zu finden.“
Ein neues Medienkonzept und veränderte Öffnungszeiten sollen auch vermehrt junge Menschen ins Landratsamt locken. „Wir haben unsere Öffnungszeiten nach hinten verschoben, um jungen, berufstätigen Menschen die Möglichkeit zu geben auch zu uns zu kommen“, sagt Loths. Auch die After-Work-Party der Jungwinzer am 10. November richtet sich an ein jüngeres Publikum.