Stadt schlägt Alarm
: Insekt gesichtet: Aggressive Tigermücke breitet sich in Ludwigsburg aus

Die Tigermücke ist rund um Ludwigsburg auf dem Vormarsch und nun erstmals im Stadtgebiet aufgetaucht. Sie ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich werden.
Von
Anne Rheingans
Ludwigsburg
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Stuttgarter Zeitung

Schon vor zwei Monaten haben Experten davor gewarnt. Nun hat sich die Prognose bewahrheitet: Die aggressive Tigermücke breitet sich im Landkreis Ludwigsburg weiter aus. Mittlerweile wurde sie auch im Ludwigsburger Stadtgebiet gesichtet. Die Behörden schlagen Alarm.

Wie die Stadt mitteilt, wurde die Stechmücke jetzt in Ludwigsburg nachgewiesen. Demnach wurde die Asiatische Tigermücke in der Jägerhofallee, also im östlichen Teil der Innenstadt, entdeckt.

Beim Stich können Viren übertragen werden

Mit nur drei bis acht Millimetern ist die Mücke „kleiner als eine Ein-Cent-Münze“, informiert die Stadt. Dennoch ist das Insekt nicht zu unterschätzen. Die Tigermücke sticht gerne zu, teilweise mehrfach, und ist vor allem tagsüber aktiv. Die invasive Art, die ursprünglich nur in Südostasien heimisch war, ist jedoch nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich werden.

Das Insekt mit dem auffälligen schwarz-weißen Muster kann tropische Krankheiten übertragen. Über den Speichel der Mücke gelangen Viren ins menschliche Blut. Erst Anfang dieses Monats wurde im Elsass südlich von Straßburg, nur sechs bis sieben Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, eine Infektion mit dem Chikungunya-Virus festgestellt. Das berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) in dieser Woche. In diesem Fall hatte sich die betroffene Person in der deutsch-französischen Grenzregion nahe Straßburg durch den Stich einer infizierten Mücke angesteckt.

Stadt ruft zu Schutzmaßnahmen auf

Dass sich das Chikungunya-Virus, ausgehend von Frankreich, räumlich ausbreitet, hält das Institut zwar für eher unwahrscheinlich. Dennoch rät das RKI zu Vorsicht und Schutzmaßnahmen. Auch die Stadt Ludwigsburg warnt davor, dass die Tigermücke Krankheitserreger übertragen kann. „Es besteht noch kein Anlass zu übertriebener Sorge, aber wir nehmen die Situation ernst“, wird Bürgermeister Sebastian Mannl in der Pressemitteilung zitiert. Neben dem Chikungunya-Virus kann die Stechmücke Dengue- und Zika-Viren weitergeben.

In Kornwestheim wurden zur Bekämpfung der Tigermücke Tabletten verteilt, die in potenzielle Brutstätten gegeben werden können.

Foto: Simon Granville (Archiv)

Die Stadt Ludwigsburg bittet um Mithilfe, damit die weitere Ausbreitung der Mücke verhindert werden kann. Das aggressive Insekt legt seine Eier in kleinen Wasseransammlungen ab. Als Brutstätten für die Mückenlarven kommen schattige Baumhöhlen mit Wasseransammlungen in Bodennähe infrage. Aber auch Wasserreste in Gießkannen, Eimern, Regentonnen oder Vasen und Pfützen sind beliebte Ablageorte.

Seit 2020 im Landkreis Ludwigsburg auf dem Vormarsch

„Diese möglichen Brutstätten gilt es zu beseitigen oder abzudecken“, schreibt die Stadt. Dachrinnen sollten regelmäßig gereinigt, Regentonnen verschlossen werden. Auf Untersetzer sollte draußen komplett verzichtet werden, Tiertränken mindestens einmal pro Woche entleert und mit neuem Wasser befüllt werden.

Das Gesundheitsamt im Landkreis Ludwigsburg nimmt Meldungen zu gesichteten Tieren entgegen und berät zu dem Thema. Im Kreis wurde die Tigermücke zum ersten Mal bereits 2020 in Korntal nachgewiesen. Weitere Funde gab es ab 2022 in Löchgau und Kleiningersheim, ab 2023 in Kornwestheim und Eglosheim und seit dem vergangenen Jahr in Großbottwar, Ditzingen und Münchingen. Bereits im Mai hatte das Gesundheitsamt prognostiziert, dass sich die Mücke weiter im Landkreis ausbreiten würde.

Gesundheitsamt stellt Mückenfallen auf

Bisher gab es 2025 allerdings noch nicht viele Funde. „Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt schon deutlich mehr Sichtungen“, teilt das Landratsamt mit. Wegen der Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer gehe die Saison dieses Jahr sehr spät los. „Mehr Sichtungen können, je nach Wetter, in den nächsten Wochen hinzukommen“, kündigt die Verwaltung an. Momentan stellt das Gesundheitsamt Fallen für Tigermücken in Kommunen im Landkreis auf, bisher in Hemmingen und Schwieberdingen, um die Präsenz von Tigermücken zu überprüfen.

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