Tarifstreit im Kreis Ludwigsburg: Gewerkschaft kritisiert Lohn-Angebot für Reinigungskräfte: „Das ist eine Farce“

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU Nordwürttemberg fordert 2 Euro pro Stunde mehr (Symbolbild).
IG BAU/Tobias Seifert- IG BAU fordert für Reinigungskräfte im Kreis Ludwigsburg 2 Euro mehr pro Stunde.
- Aktuell gibt es 15 Euro pro Stunde, der Mindestlohn steigt ab Januar auf 14,60 Euro.
- Arbeitgeber bieten erst ab Mai nächsten Jahres 1,8 Prozent mehr – das wären 27 Cent.
- Gewerkschaft warnt vor Kündigungswelle, da Personal knapp ist und die Arbeit hart ist.
- Nächste Tarifrunde am 3. November zwischen IG BAU und Bundesinnungsverband.
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Sauber machen und dafür sauber bezahlt werden – das wollen die rund 3280 Beschäftigten, die im Kreis Ludwigsburg in der Gebäudereinigung arbeiten. Doch auf ein ordentliches Lohn-Plus warten Reinigungskräfte bislang vergeblich, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. „Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur“, so Alexander Deh von der IG BAU Nordwürttemberg.
Das Personal in der Branche ist knapp
Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert 2 Euro pro Stunde mehr. Dann würde der Stundenlohn für eine Gebäudereinigerin bei 17 Euro liegen. „Die Arbeitgeber treten gewaltig auf die ‚Lohn-Bremse‘: Erst ab Mai nächsten Jahres soll es 1,8 Prozent – und damit lediglich 27 Cent pro Stunde – mehr geben“, so Deh: „Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen.“
Würden sich die Unternehmen weiterhin weigern, ein ordentliches Angebot auf den Tisch zu legen, „dann werden viele Reinigungskräfte den Stecker vom Staubsauger ziehen: Sie hängen ihren Job an den Nagel und suchen sich etwas anderes“, warnt Alexander Deh. Das würde die Betriebe in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Denn das Personal in der Branche sei knapp. Insgesamt gibt es im Landkreis Ludwigsburg derzeit 180 Gebäudereinigungsunternehmen.
Nächste Tarifrunde am 3. November
Ab Januar steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde. Eine Gebäudereinigerin verdiene aktuell aber nur knapp darüber: nämlich 15 Euro. „Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krumm machen?“, fragt Alexander Deh. Die Arbeit in der Gebäudereinigung sei ein Knochenjob.
Am 3. November gibt es die nächste – und entscheidende – Verhandlungsrunde zum Gebäudereiniger-Lohn. Dann kommen die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zum dritten Mal am Tariftisch zusammen.
