„Teerkolonnen“ im Kreis Ludwigsburg: Betrüger fordern Geld für Pfusch im Hof: „Die angebliche Baustelle existiert meist gar nicht“

Die Arbeiten werden teils auch ohne Auftrag einfach direkt durchgeführt (Symbolbild).
Imago/Jochen Tack- Trickbetrüger bieten im Kreis Ludwigsburg spontane Asphaltarbeiten an.
- In Enzweihingen teerten Männer ohne Auftrag und forderten 5000 Euro in bar.
- Der 63‑Jährige wollte überweisen, merkte den Betrug und erstattete Anzeige.
- In Mundelsheim wurden 90 m² abgerechnet, obwohl der Hof unter 70 m² groß war.
- Polizei warnt vor Haustürgeschäften – angebliche Restmaterial-Baustellen existieren meist nicht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Aktuell sind sogenannte Teerkolonnen im Kreis Ludwigsburg unterwegs, die sich als professionelle Straßenbauarbeiter ausgeben und hohe Geldsummen für minderwertige Arbeiten fordern. Nachdem es bereits in Mundelsheim zu einem Vorfall gekommen ist, haben die Betrüger nun auch in Enzweihingen einen Mann um sein Geld gebracht.
Arbeiter fordern 5000 Euro in bar
Wie die Polizei mitteilt, hatte es am Freitag gegen 12 Uhr an der Tür des 63-Jährigen geklingelt. Mehrere äußerst aufdringliche Männer stellten sich als Bauarbeiter vor und erklärten, dass sie auf einer anderen Baustelle noch Material übrig hätten, mit dem sie jetzt die Hofeinfahrt des Mannes teeren würden. Ohne jede Zustimmung legten die Männer dann auch gleich mit ihren unsauberen und nicht fachgerechten Arbeiten los. Anschließend forderten sie 5000 Euro in bar.
Da der 63-Jährige nicht so viel Bargeld zu Hause hatte, verwies er darauf, den offenen Betrag zu überweisen. Als ihm der Betrug auffiel, erstattete er schließlich Anzeige bei der Polizei. Diese nimmt unter der Telefonnummer 07042/941-0 sowie unter vaihingen-enz.prev@polizei.bwl.de Hinweise auf die Betrüger entgegen.
20 Quadratmeter zu viel abgerechnet
Ganz ähnlich spielte sich der Fall in Mundelsheim am 26. August ab: Ein Mann hatte sich gegenüber einer 61‑Jährigen als Straßenarbeiter ausgegeben und ebenfalls erklärt, dass auf einer Baustelle noch Material übrig sei. In diesem Fall erteilte die Frau tatsächlich den Auftrag für die Teerarbeiten, allerdings rechnete der Unbekannte später gut 90 Quadratmeter ab – obwohl der Hof nicht einmal 70 Quadratmeter groß war. Da die Arbeiten zudem nicht fachgerecht ausgeführt worden waren, witterte die 61-Jährige einen Betrug.
Die Polizei warnt bei dieser Art von Haustürgeschäften zur absoluten Vorsicht: „Die seit vielen Jahren bekannte Masche von reisenden Teerkolonnen, die ‚preiswerte‘ Arbeit anbieten, führt immer wieder zu Ärger und Betrugsverfahren.“ Die Baustelle, auf der angeblich Teer übrig geblieben sei, „existiert meist gar nicht“. Vielmehr sind die Kolonnen mit eigenen Fahrzeugen und Geräten sowie Asphaltmaterial unterwegs, um private Arbeiten auszuführen.
