Entsorgung im Winter empfohlen: „Kranke Thuja-Hecken müssen raus“ – Hobby-Gärtnern bleibt nicht mehr viel Zeit

Wohin mit den kranken Thuja-Hecken? Diese Frage stellen sich viele Hobby-Gärtner in diesem Winter.
IMAGO/Gottfried CzepluchDie Zeiten der klassischen Thuja-Hecke sind vorbei. Immer mehr Gärten im Landkreis Ludwigsburg sind von einem traurigen Bild geprägt: Vertrocknete, braune Hecken, die einst als grüne Grenze zwischen Nachbarn dienten, sind inzwischen eher ein Fall für die Entsorgung. Und diese Entsorgung sollte noch im Winter geschehen - nur noch bis zum 28. Februar erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz das Abholzen. Vom 1. März bis 30. September ist dann Schonzeit für Vögel.
Pilze und Schädlinge, die an den Gewächsen haften, könnten sich verbreiten, befürchtet Volker Kugel, Gartenexperte und ehemaliger Direktor des Blühenden Barocks in Ludwigsburg. Er warnt davor, das Problem einfach auszusitzen: „Die kranken Thuja-Hecken müssen raus, weil sie Sporen des Pilzes Kabatina thujae tragen, die durch den Wind verbreitet werden.“

Volker Kugel rät, die Entsorgung alter Thuja-Hecken nicht auf die lange Bank zu schieben.
Foto: privatAn der Thuja festzuhalten und zu hoffen, dass sie sich erholt, sei verfehlt, sagt Kugel. „Die Thuja hat keine Zukunft mehr – ihre Chancen, gesund zu bleiben, gehen immer mehr zurück.“ Aber durch eine fachgerechte Entsorgung könne man die Ausbreitung der Krankheit zumindest hinauszögern. Punktuell sehe er immer noch grüne Hecken, ein oder zwei Kilometer weiter sehe es manchmal ganz anders aus.
Pilzsporen im Frühjahr wieder aktiv
Das Problem sieht Kugel in der Untätigkeit: „Die Pilzsporen halten sich über den Winter und werden im Frühjahr wieder aktiv.“ Deswegen stellt sich für Laien jetzt die entscheidende Frage: Wie entsorgt man die Thuja-Hecken richtig?
Kugel warnt: „Wenn man das Schnittgut im heimischen Garten oder in einer Hobby-Kompostanlage entsorgt, verbreiten sich die Sporen weiter.“ Gut aufgehoben seien die Reste in professionellen Kompostwerken. Dort werden die Erreger bei Temperaturen von etwa 75 Grad Celsius abgetötet.
Im eigenen Komposthaufen erreicht das Material nicht die notwendigen Temperaturen.
Volker Kugel, ehemaliger Direktor des Blühenden BarocksBesonders Hobby-Kompostierer sollten vorsichtig sein. „Im eigenen Komposthaufen erreicht das Material nicht die notwendigen Temperaturen, um die Pilzsporen zu zerstören“, erklärt Kugel. Zwar könne man das Material auch über den Restmüll loswerden, aber die Tonnen seien zu klein. Das wäre auch teuer und sei von der Abfallwirtschaft so nicht vorgesehen.
Das Landratsamt Ludwigsburg rät von einer Entsorgung im eigenen Garten oder gar im Wald dringend ab. Erste Anlaufstation für die Verbraucher seien die Häckselplätze im Landkreis. Grüngutmaterial, das von Pilzen oder Schädlingen befallen ist, sollte dort entsorgt werden. Das Grüngut werde schnell geschreddert und innerhalb von 48 Stunden in Kompostwerke gebracht, so ein Sprecher des Landratsamts.
Tipp des Experten: Im Winter die Neupflanzung planen
Wer braune Thuja-Hecken im Garten hat, sollte die alten Hecken erstmal entfernen und den Boden für das Frühjahr vorbereiten. Volker Kugel empfiehlt folgende Alternativen:
Dieser Artikel erschien erstmals am 23. Januar 2026 und wurde am 19. Februar aktualisiert.