Trotz Krise
: Titel verteidigt: Bietigheim-Bissingen bleibt größte schuldenfreie Stadt im Land

Das Statistische Landesamt hat errechnet, dass Bietigheim wieder die größte Kommune ist, die keine Kredite aufgenommen hat. Doch es wird immer schwieriger, die schwarze Null zu halten.
Von
Frank Ruppert
Bietigheim-Bissingen
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Bietigheim

Im Bietigheimer Ortskern wird regelmäßig im Gemeinderat über die Finanzen der Stadt beraten. Einsparungen sind geplant, aber landesweit steht Bietigheim-Bissingen im Vergleich noch sehr gut da.

Werner Kuhnle (Archiv)
  • Bietigheim-Bissingen bleibt größte schuldenfreie Kommune in Baden-Württemberg.
  • Laut Landesamt sind nur 97 von 1001 Gemeinden schuldenfrei – drei über 10.000 Einwohner.
  • Schuldenfrei heißt: keine Kredite, Kassenkredite oder Wertpapierschulden im Kernhaushalt.
  • Durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1793 Euro – Stadtkreise höher als Gemeinden.
  • Rücklagen schrumpfen: 2026 stopften 15 Millionen Euro den Fehlbetrag, Ausgaben steigen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gibt gute Nachrichten für Bietigheim-Bissingen – passend zum großen Pferdemarkt-Wochenende. Das Statistische Landesamt hat für 2025 wieder die Verschuldung der Kommunen im Land erhoben. Es sind nur 97 der 1001 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg schuldenfrei, und Bietigheim-Bissingen kommt dabei wieder eine besondere Rolle zu.

Wie in der Vergangenheit ist die Stadt an Enz und Metter mit 43.628 Einwohnern die größte schuldenfreie Gemeinde im ganzen Bundesland. Daneben gebe es nur drei Kommunen, die mehr als 10.000 Einwohner haben, und ebenfalls als schuldenfrei gelten. Engen und Stockach im Landkreis Konstanz und Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis stehen finanziell ebenfalls so gut dar.

Schuldenfrei bedeutet, dass weder Kernhaushalt noch Eigenbetriebe einer Gemeinde Kredite, Kassenkredite oder Wertpapierschulden beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich aufweisen. Die Gemeinden mit schuldenfreiem Kernhaushalt und schuldenfreien Eigenbetrieben sind überwiegend Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern, in der Mehrheit sogar mit unter 5.000 Einwohnern, teilt das Statistische Landesamt mit.

Mit Blick auf die Schulden aller Kommunen – also Stadtkreise und kreisangehörige Gemeinden – sowie ihrer Eigenbetriebe von knapp 20,1 Milliarden Euro beträgt die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung 1793 Euro. Die Stadtkreise weisen dabei mit 2916 Euro je Einwohner eine höhere Pro-Kopf-Verschuldung auf als die kreisangehörigen Gemeinden mit 1537 Euro. Bei Letzteren zeige sich zudem, dass die Pro-Kopf-Verschuldung mit zunehmender Einwohnerzahl in der Tendenz zunimmt.

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Bietigheim-Bissingen lebt wie viele Kommunen von ihren Rücklagen aus besseren Zeiten. Für 2026 mussten 15 Millionen Euro vom Ersparten den Fehlbetrag im Haushalt ausgleichen. Wie der überwiegende Teil der Kommunen leidet auch der Primus an der strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen, gepaart mit einer schwächelnden Wirtschaft und deshalb sinkenden Steuereinnahmen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben, zum Beispiel durch die Kosten in der Kinderbetreuung.