Trotz Trockenheit: Wasser für Gewerbepark: Markgröningen hilft Schwieberdingen

Hier – in direkter Nachbarschaft zu Bosch Schwieberdingen (siehe Hochhaus im Hintergrund) – soll das neue Gewerbegebiet entstehen.
Simon Granville- Markgröningen liefert Schwieberdingen Wasser für den Gewerbepark Laiblinger Weg.
- Geplant sind 2 Liter pro Sekunde ab Inbetriebnahme des Wasserhochbehälters „Laib“.
- Innerhalb von zehn Jahren kann auf 4 Liter erhöht werden – mit Gemeinderatsbeschluss.
- Bürger warnen vor Trockenheit; im Rat wurde die Vereinbarung kontrovers diskutiert.
- Markgröningen spart Ausgleichszahlungen: 13.200 Euro bei 2 Litern, 26.400 Euro bei 4 Litern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Kommunen Schwieberdingen, Ditzingen, Hemmingen und Markgröningen haben sich zur Erschließung eines rund 45 Hektar großen Gewerbe- und Industrieareals zum Zweckverband „Laiblinger Weg“ zusammengeschlossen. Für das Gebiet muss auch die Wasserversorgung gesichert werden. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Markgröninger Gemeinderat mehrheitlich dafür, Schwieberdingen Trinkwasser aus dem Markgröninger Kontingent zur Verfügung zu stellen.
Vorgesehen ist, dass Schwieberdingen ab der Inbetriebnahme des geplanten Wasserhochbehälters „Laib“ bis zu zwei Liter Trinkwasser pro Sekunde aus Markgröningen beziehen darf. Sollte dies nicht ausreichen, kann die Menge innerhalb der ersten zehn Jahre auf bis zu vier Liter pro Sekunde erhöht werden. Dafür ist allerdings ein Beschluss des Markgröninger Gemeinderats erforderlich.
Fokus auf zunehmende Trockenheit
Die Vereinbarung wurde im Gemeinderat kontrovers diskutiert. Auch in der Bürgerfragestunde regte sich Widerstand. Angesichts zunehmender Trockenheit und längerer arider Perioden müsse mit dem kostbaren Gut Wasser besonders sorgsam umgegangen werden, lautete die Kritik.
Ein Bürger verwies darauf, dass der Zweckverband bereits 2023 gegründet worden sei. Eine Anfrage zur Wasserversorgung hätte daher aus seiner Sicht früher geklärt werden müssen: „Wir sind Nachbarn, und da hilft man sich gegenseitig. Aber die Sachverhalte müssen im Vorfeld geklärt werden.“ Zudem fragte er, welchen Vorteil die Markgröninger Bürger davon hätten, wenn Schwieberdingen zwei oder später vier Liter Wasser pro Sekunde entnimmt.
Markgröningens Kämmerer Klaus-Dieter Schmelzer verwies auf die Ausgleichszahlungen der Schwieberdinger. Bei einer Entnahme von zwei Litern pro Sekunde müsse Markgröningen 13.200 Euro weniger an die Bodensee-Wasserversorgung zahlen, bei vier Litern wären es 26.400 Euro. „Um diese Summe werden die Markgröninger Bürger entlastet“, sagte Schmelzer. Mehrkosten für einen Wasserbedarf, der über die Vereinbarung hinausgeht, müsse Schwieberdingen vollständig tragen. Ein zusätzlicher Bezug von der Bodensee-Wasserversorgung sei grundsätzlich möglich, verursache aber weitere Kosten.
Ein weiterer Bürger äußerte die Sorge, dass die Bodensee-Wasserversorgung bei allgemeiner Wasserknappheit die Entnahme beschränken könnte. Was wäre dann mit der Versorgung Markgröningens – und würde trotzdem weiterhin Wasser nach Schwieberdingen abgegeben?
Schmelzer antwortete: „Das gleicht einem Blick in die Glaskugel.“ Die Stadt müsse die zunehmende Trockenheit jedoch schon heute und künftig ernst nehmen. Es gelte deshalb, neben Fremdwasser auch das eigene Wasser zur Sicherung der Versorgung heranzuziehen.
Auch im Gemeinderat war die Vereinbarung nicht unumstritten. Nach der Diskussion wurde der Beschluss entsprechend geändert: Der Eigenbetrieb Wasserversorgung Markgröningen stellt Schwieberdingen für zehn Jahre garantiert zwei Liter Trinkwasser pro Sekunde aus dem Kontingent bei der Bodensee-Wasserversorgung zur Verfügung.
