Verzögerte Erstattungen: Trotz Sparrunde: Dem Kreis Ludwigsburg „fehlen“ 2026 weitere 24 Millionen Euro

Das Säckel ist leer. Landrat Dietmar Allgaiers Appell daher: Stadt- und Landkreise können für das Land nicht länger in dem Maße in Vorleistung gehen.
Imago/Achim Duwentäster- Kreis Ludwigsburg rechnet mit deutlich schlechterer Lage – Defizit steigt auf über 40 Mio. Euro.
- Hauptgründe sind höhere Kosten und verzögerte Erstattungen des Landes, so Landrat Dietmar Allgaier.
- Erwartete Abschläge: 25 Mio. Euro, ausgezahlt wurden erst 7,5 Mio., Ausgleich erst in kommenden Jahren.
- Allgaier fordert rechtzeitige Abschlagszahlungen wie 2019 vereinbart und warnt vor Vorleistungen.
- Nach „Reset 2026“ ist „Reset 2027“ geplant, Ziel: 24 Mio. Euro sparen und Kreisumlage bei 33 Prozent halten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden im Landkreis Ludwigsburg. Trotz großer Anstrengungen – darunter eine einschneidende Sparrunde – verschlechtert sich die finanzielle Situation des Kreises 2026 um fast 24 Millionen Euro, verglichen mit der jüngsten Prognose. Hauptursache sind Landrat Dietmar Allgaier zufolge gestiegene Ausgaben sowie verzögerte Erstattungen des Landes. Eine weitere Hiobsbotschaft für den Kreis, der finanziell ohnehin auf dem Zahnfleisch geht. Und das nächste Sparpaket steht bereits ins Haus.
Der Kreis hatte mit Abschlägen des Landes in Höhe von 25 Millionen Euro gerechnet, so Allgaier. Davon seien aber erst 7,5 Millionen bezahlt worden. Ein Ausgleich dieser Beträge werde erst in den kommenden Jahren erwartet. „Die Stadt- und Landkreise können für das Land in dieser Größenordnung nicht länger in Vorleistung gehen“, betont der Landrat. „Dies ist in der aktuellen Situation, in der sich die kommunalen Haushalte befinden, nicht mehr leistbar.“ Er appelliert an das Land, „die Abschlagszahlungen, wie 2019 mit dem Landkreis- und dem Städtetag vereinbart, künftig rechtzeitig zu leisten“.
Defizit erhöht sich auf mehr als 40 Millionen
Hinzukommen an anderer Stelle gestiegene Kosten, beispielsweise durch höhere Sachkosten und Tarife, sowie geringere Einnahmen. Das ohnehin für 2026 prophezeite Defizit erhöht sich damit von angedachten 16,5 Millionen auf mehr als 40 Millionen Euro.
Die ohnehin schwierige Situation wird dadurch nicht gerade besser: Mehr als nur einmal kritisierte der Landrat in der Vergangenheit Land und Bund scharf, dass die Kommunen immer neue Aufgaben zugewiesen, aber nicht die nötigen finanziellen Mittel bereitgestellt bekommen. Da gleichzeitig alles teurer wird, können in der Folge Städte und Gemeinden, ebenso wie die Landkreise, ihre Pflichtaufgaben oft kaum noch aus eigener Kraft bewältigen, zumindest nicht ohne massive finanzielle Einschnitte.
Im Kreis Ludwigsburg kam dieser Einschnitt in Form des „Reset 2026“, ein Maßnahmenpaket, das für 2026 an allen Ecken und Enden den Rotstift angesetzt hat. Die Einsparungen trafen in hohem Maße die Verwaltung, aber auch zahlreiche andere Bereiche wie Schulen, Vereine und soziale Einrichtungen. Das Ziel lautete, dass die Kommunen im Kreis Ludwigsburg mit einer höheren Kreisumlage nicht noch weiter belastet werden müssen.
Da sich die finanzielle Situation seither nicht verbessert hat, wurde bereits vor Monaten ein neuer „Reset 2027“ angekündigt. Ein Sparpaket für 2027, bei dem weitere 24 Millionen Euro eingespart werden sollen. Auch dabei lautet das Ziel, die Kreisumlage bei 33 Prozent stabil zu halten und nicht, wie ursprünglich angedacht, auf 35 Prozent zu erhöhen. Die Diskussionen zum Kreishaushalt 2027 werden demnächst beginnen, eine endgültige Entscheidung fällt Ende des Jahres.
