Veto in Markgröningen: Bürgerprotest zeigt Wirkung: Mittelalter-Freizeitpark kommt nicht

Das Interesse an der Sitzung des Gemeinderats in der Unterriexinger Turnhalle war ausgesprochen groß.
Andreas HenningsDer Mittelalterpark in Markgröningen – er wird nicht realisiert. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung des Gemeinderats am Dienstagabend. Das Projekt war in der Planung bereits fortgeschritten. Investor Christoph Schlude wollte einen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen, um seine Vision von einem knapp zehn Hektar großen Freizeitpark zum Thema Mittelalter zu verwirklichen. Während die Stadt keinen Cent hätte zahlen müssen.

Christoph Schlude kann seine Pläne nicht verwirklichen.
Foto: privatDoch das Votum über den ersten Schritt, das Thema überhaupt weiterzuverfolgen, fiel gegen den Mittelalterpark aus. Nur drei Stadträte sprachen sich dafür aus, am Ball zu bleiben. Zwei enthielten sich. Der Rest stimmte dagegen.
Verkehr ist der ausschlaggebende Kritikpunkt
In der mit mehr als 100 Bürgern voll besetzten Turnhalle in Unterriexingen sorgte das für spontanen Applaus und ein Aufatmen. Viele hatten vor allem befürchtet, dass der sowieso belastende Verkehr im Stadtgebiet noch belastender würde. Zudem befürchteten Anwohner des Gebiets „Auf Hart“ Lärm. Als Ende vergangener Woche klar wurde, dass am Dienstag über das Thema abgestimmt werden soll, wurden übers Wochenende zahlreiche kritische Mails an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat adressiert.
Der Mittelalterpark – ausgestattet mit Attraktionen vor allem für Familien, wenn auch ohne elektronische Fahrgeschäfte – hätte südlich Markgröningens an der Landesstraße Richtung B10/Hochdorf entstehen sollen. Daraus wird jetzt nichts. Selbst den Antrag, erst eine Bürger-Infoveranstaltung abzuhalten, um dann abzustimmen, lehnte die Mehrheit des Gemeinderats ab.
