VfB-Präsidentschaft: Der Landrat muss jetzt Wort halten


Zunächst ist es nur eine Bewerbung, aber es deutet vieles darauf hin, dass Dietmar Allgaier VfB-Präsident bleibt.
Pressefoto Rudel/Pressefoto Rudel/Herbert RudelEin Mann ein Wort? Nicht immer. Beständig hatte Landrat Dietmar Allgaier in den vergangenen Wochen versichert, dass die Präsidentschaft bei seinem Herzensverein nur ein Gastauftritt sein würde. Nie und nimmer könne er die Aufgabe auf Dauer stemmen. Das sei rein zeitlich schon gar nicht möglich. Zumal die Herausforderungen eines Landrats aktuell riesig seien.
Das Klinikendefizit ist eine große Herausforderung
Eine Analyse, die keinen Widerspruch zulässt. Die Herausforderungen sind in der Tat immens. Erst diese Woche wurde öffentlich, dass die finanzielle Lage bei den Kliniken dramatischer als gedacht ist. Mit einem Defizit von 14 Millionen Euro hatte man gerechnet, doch jetzt fehlen 50 Millionen Euro. Alle Projekte kommen verständlicherweise auf den Prüfstand. Der Landrat, in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kliniken, ist gefragt. Auch bei den Themen Klimaschutz, Migration und Mobilität gibt es riesige Probleme zu lösen. Der bundesweit sechstgrößte Landkreis braucht einen Verwaltungschef, der sich zu 100 Prozent für die Menschen in den Kreisgrenzen einsetzt.
Dass er das macht und kann hat Dietmar Allgaier in den vergangenen Jahren bewiesen. Ob er das trotz der künftigen Doppelbelastung auch weiterhin schafft, muss der 58-Jährige jetzt beweisen. Schließlich möchte er jetzt doch nicht nur als Interimspräsident in die Chroniken des Vereins eingehen, sondern bei der Wahl im März zum VfB-Präsidenten gewählt werden.

Die Zukunft der Kliniken gehört zu den Themen, die den Kreis und damit den Landrat fordern.
Foto: privatDer Sinneswandel überrascht. Und im ersten Moment regen sich Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Politikers. Doch die Begründung, die Allgaier liefert, dämpft sie. Der Verein stellt sich neu auf, der Präsident werde nicht mehr mit operativem Tagesgeschäft belastet. Das werde ein hauptamtlicher Geschäftsführer übernehmen. Er selbst werde wie bislang die Belange seines Jobs als Landrat immer an erste Stelle setzen, versichert er. Ob das wirklich gelingen kann, wird sich zeigen. Zweifel sind jedenfalls erlaubt.
Ein Mann, ein Wort? Im zweiten Anlauf sollten sich die Menschen im Landkreis darauf verlassen können. Wer Allgaier kennt, weiß, dass er alles dafür tun wird, sich durch das Ehrenamt nicht angreifbar zu machen. Dennoch steht der 58-Jährige im Falle seiner Wahl zu Recht unter Beobachtung.