Foil Pumping in Remseck: Ab aufs Brett und rein ins kühle Nass - „Der Neckar ist besser als sein Ruf“
Ab aufs Brett und rein ins kühle Nass – der Neckar ist zwar nicht gerade für spektakuläre Wellen oder besonders guten Wind bekannt, dennoch kommen Freunde des Wassersports dort auf ihre Kosten. Beim Foil Pumping gleitet man nur mit Hilfe der eigenen Muskelkraft über das Wasser.
Kathrin Hage und Kai Kienscherf aus Fellbach haben mit „Neckarfoil“ den Trendsport 2021 ins Ländle und an den Neckar gebracht. „Kathrin und ich sind leidenschaftliche Wellenreiter“, berichtet Kienscherf. „Als man 2020 während der Pandemie nicht verreisen konnte, haben wir uns umgeschaut, welche Surfmöglichkeiten man in Deutschland so hat.“ Die beiden sind auf einen Anbieter im Havelland gestoßen, der Kurse zum Foil Pumping angeboten hat. „Wir haben direkt Feuer gefangen“, erinnert Kienscherf sich.
Foil Pumping: Surfen mit der eigenen Muskelkraft
Beim Foil Pumping stehen die Sportler auf einem speziellen Board mit Tragflügeln und versuchen mit Be- und Entlastung der Beine eine Pumpbewegung zu erzeugen. Der Flügel am Ende der übergroßen Finne erzeugt mithilfe der Pump-Bewegungen und des Wasserstroms eine enorme Auftriebskraft. Das Ergebnis: Das Board fliegt übers Wasser. Neben dem Foil Pumping bietet Neckarfoil auch E-Foiling-Kurse an. Dabei sorgt ein elektrischer Propellerantrieb für den nötigen Vortrieb.
E-Foiling: ein Spaß für alle
„Das E-Foiling lernt eigentlich jeder innerhalb einer halben Stunde“, sagt Hage. Es sei besonders für die „Gaudi“, einen spaßigen Nachmittag oder Geburtstage geeignet. „Wer wirklich ein neues Hobby sucht, und bereit ist auch länger zu üben, ist beim Foil Pumping richtig.“

Kathrin Hage und Kai Kienscherf geben Foil-Pumping-Kurse auf dem Neckar in Remseck.
Foto: Simon GranvilleTraining auch im Winter
Die Idee, den Sport auch auf dem Neckar auszuüben, kam schnell. Noch im Havelland bestellte das Paar sich eigenes Equipment. Im Oktober 2020 sind sie beiden zum ersten Mal in den Neckar gesprungen. „Wir haben den ganzen Winter über zwei bis drei Mal die Woche trainiert“, sagt Kathrin Hage. Im Juli 2021 starteten sie mit den ersten Foil-Pumping-Kursen in Remseck-Hochberg.
Seitdem setzten sich die beiden dafür ein, den Neckar attraktiver zu machen. „Man muss nicht weit weg fahren, kann direkt auf heimischem Gewässer Wassersport betreiben“, so Hage. Nachhaltig und regional. „Es ist allerdings schade, dass es nur so wenig öffentliche Zugänge zum Neckar gibt“, bemängelt Kienscherf. Mehr Stellen würden den Neckar für Wassersportler attraktiver machen. „Der Neckar ist deutlich besser als sein Ruf“, bestätigt Hage. Das Paar sei im Sommer täglich mehrere Stunden im Wasser, negative Erfahrungen mit Hautirritationen oder Magen-Darm-Beschwerden hätten weder sie noch ihre Kursteilnehmer gemacht.
Neckarwasserqualität: Initiative bestätigt ausgezeichnete Werte
„Es wird in letzter Zeit viel gemacht, um das zu belegen, was wir seit Jahres aus Erfahrung wissen“, sagt Hage. Die Initiative Neckarinsel bringt beispielsweise wöchentlich einen Wasser-Report heraus, der zeigt, dass die Wasserqualität im Neckar meist ausgezeichnet ist. „Uns freut es riesig, dass wir schwarz auf weiß sehen, was wir seit Jahren merken.“ Das Paar wolle auch den Menschen in der Region zeigen, dass der Neckar als Naherholungsgebiet geeignet ist. „Uns ist der Naturaspekt sehr wichtig. Wir sollen, dass die Menschen draußen in der Natur eine gute Zeit erleben.“
Neckar als Naherholungsgebiet
Laut den beiden lohnt sich dieser Einsatz schon jetzt. „Man sieht immer mehr Menschen, die einfach selbst mit dem Stand-Up-Paddleboard oder dem Schlauchboot unterwegs sind“, schildert Kienscherf seine Beobachtungen. Das sei vor vier Jahren noch nicht der Fall gewesen.







