Wohnen im Kreis Ludwigsburg: Über Bundesschnitt: Mehr als die Hälfte lebt im Eigentum

Rund die Hälfte aller Menschen mit Eigentum hat eine Wohnung.
dpa-tmnDas Pestel-Institut hat im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) eine Untersuchung zum Wohneigentum im Landkreis Ludwigsburg vorgelegt. Demnach gibt es dort rund 136.700 Wohnungen, die von ihren Eigentümern selbst genutzt werden. Für diese Wohnungen fällt keine Miete an. 46 Prozent dieser Eigentümer leben in einer Eigentumswohnung.
Die Wissenschaftler ermittelten für den Landkreis eine Wohneigentumsquote von 54,3 Prozent. Damit liegt die Region deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 43,5 Prozent. Deutschland insgesamt bezeichnet Studienleiter Matthias Günther als „Mieter-Land“, das im europäischen Vergleich beim Wohneigentum nur den vorletzten Platz einnimmt.
Die „Verlierer-Generation“
Trotz hoher Nachfrage wird Wohneigentum laut Studie für viele Menschen schwerer erreichbar. Besonders betroffen seien die 25- bis 40-Jährigen. Im Landkreis Ludwigsburg leben laut Pestel-Institut rund 110.000 Menschen in dieser Altersgruppe.
Viele von ihnen könnten sich jedoch kein eigenes Haus oder keine Eigentumswohnung mehr leisten und seien zunehmend auf Mietwohnungen angewiesen. Günther bezeichnet diese Altersgruppe als „Verlierer-Generation“ beim Wohneigentum.
Kritik an der aktuellen Politik rund ums Wohnen und Bauen kommt vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel. Dessen Präsidentin Katharina Metzger bemängelt fehlende staatliche Unterstützung. Der Bund habe mit der Abschaffung von Eigenheimzulage und Baukindergeld die Förderung von Wohneigentum weitgehend eingestellt.
Der Verband fordert daher ein neues Förderprogramm. Notwendig seien direkte Zuschüsse sowie ein staatliches Niedrigzinsprogramm. Ziel müsse es sein, auch einem Durchschnittsverdiener im Kreis Ludwigsburg eine Chance auf die eigenen vier Wände zu ermöglichen.
