Agentur für Arbeit
: Darum ist die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis im Sommer höher

Derzeit sind wieder mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Ralf Steeg von der Waiblinger Agentur für Arbeit erklärt die Hintergründe – und, wie wichtig eine Ausbildung ist.
Von
Phillip Weingand
Waiblingen
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Aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt: ARCHIV - 27.05.2025, Brandenburg, Frankfurt (Oder): Der Schriftzug «Agentur für Arbeit» ist an einem Gebäude der Agentur zu sehen. (zu dpa: «Arbeitslosigkeit in Brandenburg im August gestiegen») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Im Sommer nimmt die Arbeitslosigkeit saisonbedingt zu – die Arbeitsagentur Waiblingen erklärt die Gründe (Symbolfoto).

Patrick Pleul/dpa
  • Im Rems-Murr-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit im August leicht auf 11.838 Personen.
  • Die Quote erhöhte sich von 4,7 auf 4,8 Prozent – sie entspricht dem Vorjahreswert.
  • Ursache laut Agentur Waiblingen: saisonales Ende von Ausbildungen ohne direkte Anschlussjobs.
  • Unter 25-Jährige: plus 160 auf 1034, oft ohne Abschluss, Ausbildung gilt als wichtiger Schutz.
  • Unternehmen melden zurückhaltender Stellen, doch knapp 2500 Jobs und fast 600 Lehrstellen sind offen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Rems-Murr-Kreis ist die Arbeitslosigkeit im August leicht gestiegen. Ende des Monats waren 11.838 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 389 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 4,7 auf 4,8 Prozent – und liegt damit genau auf dem Niveau des Vorjahres.

Für die Agentur für Arbeit in Waiblingen ist diese Entwicklung keine Überraschung. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten ist zu einem großen Teil saisonbedingt“, sagt der stellvertretende Agenturleiter Ralf Steeg. Wenn Ausbildungen endeten und Anschlussbeschäftigungen erst nach der Ferienzeit begännen, meldeten sich viele Menschen vorübergehend arbeitslos. „Wir rechnen damit, dass sich die Entwicklung auch in diesem Jahr nach dem Sommer wieder verbessern wird.“

Waiblingen: Viele junge Menschen ohne Ausbildung

Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei jungen Menschen. Die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen stieg binnen vier Wochen um 160 auf 1034. Ihre Arbeitslosenquote legte von 3,6 auf 4,2 Prozent zu. Steeg verweist dabei nicht nur auf den üblichen Sommereffekt, sondern auch auf ein grundlegendes Problem: „Über die Hälfte der arbeitslosen Unter-25-Jährigen verfügt über keinen Berufsabschluss.“ Eine abgeschlossene Ausbildung sei „der beste Schutz vor anhaltender Arbeitslosigkeit“.

Vorsichtiger als in den Vorjahren zeigen sich nach Beobachtung der Arbeitsagentur derzeit viele Unternehmen. „Gleichzeitig nehmen wir wahr, dass viele Unternehmen bei Stellenmeldungen zurückhaltender agieren als in den Vorjahren“, sagt Steeg. Im August wurden 484 neue Arbeitsstellen gemeldet. Seit Jahresbeginn waren es 3356 – sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dennoch gibt es in der Region weiter Chancen: In der Jobbörse der Arbeitsagentur sind aktuell knapp 2500 Stellen aus dem Rems-Murr-Kreis zu finden.

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Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist noch Bewegung. Obwohl das neue Ausbildungsjahr Anfang September beginnt, sind nach Angaben der Agentur noch fast 600 Lehrstellen offen. „Es ist noch nicht zu spät!“, sagt Steeg. Wer noch suche, solle „jetzt die Chance ergreifen“. Am 16. September will die Arbeitsagentur bei einer Last-Minute-Börse in Waiblingen Jugendliche und Betriebe zusammenbringen.