Anlagebetrug im Internet: Tausende Euro futsch – Schorndorfer und Winterbacher Opfer von Fake-Broker

Bei hohen Gewinnversprechen ist besser Vorsicht angesagt.
Marius Becker/dpa/dpa-tmnSie glaubten, clever zu investieren. Am Ende standen sie mit leeren Händen da. Zwei Männer aus dem Rems-Murr-Kreis sind unabhängig voneinander Opfer raffiniert inszenierter Online-Anlagebetrügereien geworden – und verloren dabei Geld im fünf- beziehungsweise sechsstelligen Eurobereich.
Es begann, wie viele digitale Träume beginnen: mit einem Mausklick. Im Juni entdeckte ein 33-jähriger Schorndorfer eine auffällig seriös wirkende Werbeanzeige im Netz. Das Versprechen: lukrative Renditen durch gezielte Investitionen, unter anderem in Kryptowährungen. Er klickte. Was folgte, war ein perfides Schauspiel.
Der „Broker“, der keiner war
Wenig später meldete sich ein angeblicher Broker bei ihm. Der Mann am anderen Ende der Leitung klang kompetent, freundlich, überzeugend. Er erklärte Anlageformen, zeigte Chancen auf, beruhigte bei Unsicherheiten. Über Wochen hinweg baute sich per Telefon und Chat eine trügerische Vertrauensbasis auf.
Der 33-Jährige ließ sich überzeugen und überwies nach und nach einen mittleren fünfstelligen Betrag auf diverse Konten. Immer mit dem Versprechen im Ohr, dass sich das Investment bald auszahlen würde. Eine professionell gestaltete Webseite lieferte den Schein der Seriosität – inklusive Diagrammen, die wachsende Gewinne suggerierten.
Anlagebetrug tarnt sich als Online-Erfolg
Doch als der Schorndorfer sich seinen vermeintlichen Gewinn auszahlen lassen wollte, folgte der nächste Schock: Eine Auszahlung sei nur möglich, wenn er nochmals einen ähnlich hohen Betrag nachschieße, angeblich für Steuern oder Transaktionsgebühren. Jetzt erst dämmerte dem Mann, dass er auf einen Betrug hereingefallen war. Er verlor laut Polizei rund 50.000 Euro.
Ähnlich erging es einem Mann mittleren Alters aus Winterbach. Auch er stieß Mitte Oktober im Internet auf Werbung für eine vielversprechende Anlagestrategie, bei der erhebliche Gewinne bei einem Investment in Kryptowährungen in Aussicht gestellt wurden. Über mehrere Wochen überwies der Geschädigte Geld an die unbekannten Täter. Um die Investitionen zu ermöglichen, nahm er sogar Kredite auf. Zu einer Auszahlung der vermeintlichen Gewinne kam es nicht. Dem Mann entstand gar ein Vermögensschaden im sechsstelligen Bereich.
Beide Opfer wandten sich an die Polizei, die nun wegen Anlagebetrugs ermittelt. Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilt, handelt es sich bei dieser Masche um ein bundesweit verbreitetes Phänomen. Die Täter agieren oft aus dem Ausland, die Rückverfolgung ist schwierig.
So schützen Sie sich vor Online-Anlagebetrug
Um weiteren Opfern vorzubeugen, gibt die Polizei konkrete Verhaltenstipps:
