Arbeitsmarkt im Rems-Murr-Kreis: Winterdelle statt Krise – warum die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis steigt

In manchen Branchen wie dem Baugewerbe gibt es zurzeit saisonbedingt nicht so viel zu tun.
dpaIn der Natur erstarrt vieles, und auf dem Arbeitsmarkt des Rems-Murr-Kreises ist es nicht anders. Mit einem Sprung von 0,3 Prozentpunkten kletterte die Arbeitslosenquote im Januar auf 4,8 Prozent. Die Arbeitsagentur Waiblingen sieht darin aber kein grundsätzliches Alarmzeichen, sondern eine altbekannte Welle: Bau, Handwerk, Gastronomie – sie alle schickten in der kalten Jahreszeit Beschäftigte in die Zwangspause.
Laut Angaben der Waiblinger Agentur meldeten sich im Januar 1341 Menschen neu arbeitslos. Das sind 464 mehr als im Dezember. Gleichzeitig fanden nur 591 Menschen zurück in Arbeit, 406 begannen eine Qualifizierung oder Ausbildung. Der Rest wartet – auf den Frühling, auf neue Verträge, auf bessere Zeiten.
„Keine strukturelle Krise“: Arbeitsmarkt im Landesschnitt
„Diese saisonalen Effekte sind keine strukturelle Krise“, beruhigt Christine Käferle, die Leiterin der Agentur. Zumindest ist das keine lokale Auffälligkeit: Der regionale Anstieg liegt exakt im Landesschnitt. Auch in ganz Baden-Württemberg liegt die Quote bei 4,8 Prozent.
Was Käferle jedoch nicht kalt lässt, sind die langfristigen Entwicklungen. Denn während der Winter vergeht, bleiben die demografischen Klippen: In den nächsten zehn Jahren scheiden 40 Prozent mehr Menschen aus dem Berufsleben aus, als neue eintreten. Der Kampf um Fachkräfte hat längst begonnen – und nur wer früh sichert, wird überleben.
Schorndorf leidet: Zahl offener Stellen drastisch gesunken
336 neue Stellen wurden im Januar gemeldet, das sind über 200 weniger als im Dezember. Besonders hart trifft es Schorndorf: Dort sank die Zahl offener Stellen um 47. Die Datenlage zeigt: Der Markt zögert. Betriebe warten, die Unsicherheit bleibt.
Was auch bleibt, ist der Appell an Arbeitgeber, nicht in die Schockstarre zu verfallen. Förderinstrumente wie der „Fördercheck“ der Arbeitsagentur sollen helfen, dem Fachkräftemangel heute zu begegnen, bevor er morgen zum Notstand wird.
