BeYOU-Schule Waiblingen: Keine Noten, keine Hausaufgaben – Verein will Grundschule eröffnen

Die klassische Schulsituation: vorne steht die Lehrkraft, hinten sitzen die Schüler. In der neuen Schule soll es etwas anders laufen.
Marijan Murat/dpaKeine Noten, keine Hausaufgaben: An der Schule, die Vanessa Fernandez und weitere Eltern in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) gründen wollen, soll manches anders sein, als das, was man häufig von Regelschulen kennt. Bildung, Bewegung und Beziehung sind die drei Bereiche, die den Gründerinnen des Vereins „BeYOU Bewegung“ besonders wichtig sind und die im Konzept für eine Freie Grundschule in Waiblingen eine tragende Rolle spielen.
Nun hat der Verein die Gelegenheit, seine Pläne den Mitgliedern des Sozialausschusses im Gemeinderat Waiblingen vorzustellen. „Wir freuen uns natürlich sehr darüber“, sagt Vanessa Fernandez. Die Stadt Waiblingen sieht die neue Schule insgesamt positiv. „Die Stadtverwaltung befürwortet grundsätzlich die Vielfalt in der Bildungslandschaft und steht alternativen Schulangeboten offen und wertschätzend gegenüber“, so Karl-Henning Reuter vom Geschäftsbereich Schulen und Jugend.
Solche Initiativen könnten einen ergänzenden Beitrag zur lokalen Bildungslandschaft leisten, heißt es vonseiten der Stadt, die das pädagogische Konzept der Schule als „innovativ, auf individuelle Förderung und Persönlichkeitsentwicklung ausgerichtet“ einordnet. Der Verein ist Mitglied im Bundesverband der Freien Alternativschulen. „Wir orientieren uns an Vorreiterschulen, zum Beispiel in Neuseeland“, erklärt Fernandez, die selbst als Realschullehrerin an einer Regelschule gearbeitet hat. „Die Kinder sollen in unserer Schule im Mittelpunkt stehen, sie selbst sein können und individuell gefördert werden.“ Die Gründerinnen betonen: „Wir sind nicht demokratiefeindlich und keine christliche Bekenntnisschule.“
Genehmigungsprozess für Schule läuft noch

Vanessa Fernandez (links) und Andrea Schweikardt wollen mit anderen Müttern eine Freie Grundschule eröffnen.
Foto: Gottfried StoppelDie Entscheidung darüber, ob die Schule eine Genehmigung für einen Betrieb erhält, liegt allerdings nicht bei der Stadt Waiblingen, sondern beim Regierungspräsidium Stuttgart. „Der Genehmigungsprozess beim Regierungspräsidium ist noch im Gange“, sagt Vanessa Fernandez. Auch die Suche nach passenden Räumen hat bislang zu keinem Ergebnis geführt. „Wir suchen Räume ab ungefähr 150 Quadratmetern, die für eine schulische Nutzung geeignet und genehmigungsfähig sind“, berichtet Vanessa Fernandez. Vonnöten seien zum Beispiel zwei Fluchttüren und eine entsprechende bauliche Ausstattung.
„Bezüglich der Gebäudefrage sind wir aktuell in engem Austausch mit der Stadt und prüfen derzeit verschiedene Optionen, darunter auch städtische Gebäude“, sagt Fernandez. Eine endgültige Entscheidung gebe es noch nicht. „Wir sind deshalb weiterhin dankbar für Hinweise und offen für passende Objekte.“
Die Stadtverwaltung hat angekündigt, sie werde die Initiative weiterhin konstruktiv begleiten“, soweit dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten liege. Zudem will die Stadt die Gründerinnen der Schule unterstützen, indem sie Kontakte vermittelt und bei der Klärung formaler Fragen hilft.